08.03.2010 · Erstnotiz der KDG-Aktie ist schon am 22. März geplant
hpe. MÜNCHEN, 8. März. Die Kabel Deutschland GmbH (KDG) hat es eilig mit ihrem Börsengang: Schon am 22. März sollen die Aktien von Deutschlands größtem Kabelnetzbetreiber in Frankfurt notiert werden. Das geht aus dem Börsenprospekt hervor, den die KDG am Montag veröffentlich hat.
Das KDG-Management, das derzeit auf Werbetour unter Anlegern ist, strebte bisher eine Erstnotiz bis Ende März an (F.A.Z. vom 27. Februar), nun geht es offenbar noch etwas schneller. Das Angebot werde zwischen dem 11. und 15. März beginnen und voraussichtlich am 19. März enden, heißt es im Börsenprospekt. Der genaue Termin soll mit der Preisspanne veröffentlicht werden. Der KDG-Haupteigentümer, die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Providence, will bis zu 51,75 Millionen Anteilscheine ausgeben und damit einen Bruttoverkaufserlös von 700 Millionen Euro einspielen. Daraus ergäbe sich ein Ausgabepreis von 13,50 Euro je Aktie.
Parallel zum KDG-Börsengang hat Providence auch einen Komplettverkauf geprüft und angeblich Gebote von mehr als 5,5 Milliarden Euro erhalten. Dabei wurde die KDG mit dem Achtfachen ihres operativen Ergebnisses (Ebitda) bewertet. Interessiert waren überwiegend andere Finanzinvestoren, darunter die Amerikaner Bain und Carlyle sowie die Briten BC Partners, die in diesen Tagen ebenfalls einen Börsengang für ihr Investment, den Chemikalienhändler Brenntag, planen.
Die KDG bietet 9 Millionen Haushalten in 13 Bundesländern Fernsehanschluss, Telefon- und Internetdienste an, zunehmend alle drei Angebote in einem Abonnement (Triple Play). Wachstumspotential für interessierte Aktionäre soll in ebenjenem Triple Play liegen: Bankanalysten verweisen auf den durchschnittlichen Umsatz von 12 Euro, den die KDG mit den Abonnenten macht. Zum Vergleich: Der spanische Festnetzbetreiber Ono erzielt mit seinen Kunden durchschnittlich 50 Euro im Monat, beim britischen Anbieter Virgin Media sind es 48 Euro, und beim belgischen Telenet-Konzern liegt die Rate bei 35 Euro.