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Kabel Deutschland wirbt vor Investoren für den Börsengang

26.02.2010 ·  Der Kabelnetzbetreiber beginnt im März eine Roadshow

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hpe. MÜNCHEN, 26. Februar. Der Fahrplan für den Weg an die Börse steht fest: Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) strebt eine Notierung seiner Aktien noch im März an. Kommende Woche informiert das Management um Geschäftsführer Adrian von Hammerstein in London die Aktienhändler der vier großen Investmentbanken Morgan Stanley, Deutsche Bank, JP Morgan und UBS über die Wachstumsaussichten der KDG. Eine Woche später beginnt die vierzehntägige Roadshow. Geht alles gut, könnte die Erstnotiz an der Börse in der letzten März-Woche erfolgen. Das hat diese Zeitung aus Finanzkreisen erfahren. Die KDG in München lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Haupteigentümer, die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Providence, will zwischen 25 und 40 Prozent der KDG an die Börse bringen und damit bis zu 1 Milliarde Euro erlösen. Parallel dazu hat Providence auch einen Komplettverkauf geprüft und angeblich Gebote von mehr als 5 Milliarden Euro erhalten. Interessiert waren überwiegend andere Finanzinvestoren, darunter die Amerikaner Bain und Carlyle sowie die Briten BC Partners, die in diesen Tagen ebenfalls einen Börsengang für ihr Investment, den Chemikalienhändler Brenntag, planen.

In der Branche werden die KDG-Börsenpläne von Providence unterschiedlich bewertet: Die einen vermuten, dass Providence seine Verkaufspläne doch noch nicht aufgegeben hat und nur den Preis für die KDG nach oben treiben möchte. Die anderen argumentieren mit den guten Ertragsperspektiven für den Kabelnetzbetreiber, an denen Providence nach all den Jahren und hohen Investitionen nun teilhaben will. Die KDG ist in 13 Bundesländern vertreten und bietet 9 Millionen Haushalten Fernsehanschluss, Telefon- und Internetdienste an, zunehmend alle drei Angebote in einem Abonnement (Triple Play).

In das schnelle Breitbandnetz haben sämtliche Kabelanbieter in Konkurrenz zur Deutschen Telekom viel investiert: Allein in den vergangenen vier Jahren waren es nach Berechnungen der Unternehmensberatung Solon mehr als 2,5 Milliarden Euro. Entsprechend hoch ist auch die Verschuldung, allein bei der KDG sind es mehr als 3 Milliarden Euro. Allerdings verdient Deutschlands größte Kabelfirma inzwischen recht ordentlich, erzielt stetig steigende Finanzmittelüberschüsse und führt die Verschuldung langsam zurück. Aus Sicht von Investoren ist die stabile Kundenbindung interessant: Der durchschnittliche Umsatz, den die KDG mit ihren Abonnenten macht, beträgt 12 Euro im Monat. Er dürfte noch weiter steigen, wenn Kunden zusätzlich zu ihrem Fernsehkabelanschluss die Telefon- und Internetdienste abonnieren.

Fachleute sehen im deutschen Markt für Triple Play erhebliches Potential. Zum Vergleich: Der spanische Festnetzbetreiber Ono erzielt mit seinen Kunden durchschnittlich 50 Euro im Monat, beim britischen Anbieter Virgin Media sind es 48 Euro, und selbst beim belgischen Telenet-Konzern liegt die Rate bei 35 Euro und damit fast dreimal so hoch wie bei der KDG heute. Außerdem wird im deutschen Kabelmarkt eine Konsolidierung erwartet. Viele kleinere Anbieter könnten verkauft werden. Die KDG hat sich eigens für solche Übernahmen eine Kreditlinie über 800 Millionen Euro gesichert.

Mit den Vorbereitungen des Börsengangs hat die KDG bereits Ende des vergangenen Jahres begonnen, als Providence parallel dazu das zweite Ausstiegsszenario geprüft hat. Nun muss noch die Umwandlung der GmbH in die Aktiengesellschaft ins Handelsregister eingetragen werden, auch steht noch eine Genehmigung bei der Finanzaufsicht Bafin aus. Providence hält an der KDG 88 Prozent der Anteile, 8 Prozent gehören amerikanischen Pensionsfonds und der Rest dem Management.

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