02.12.2008 · REYKJAVlK, 2. Dezember (dpa). Die Proteste auf Island gegen die Folgen der Finanzkrise werden militanter. Wie die Polizei in Reykjavík am Dienstag bestätigte, sind am Vorabend erstmals Demonstranten in das Gebäude der Zentralbank eingedrungen.
REYKJAVlK, 2. Dezember (dpa). Die Proteste auf Island gegen die Folgen der Finanzkrise werden militanter. Wie die Polizei in Reykjavík am Dienstag bestätigte, sind am Vorabend erstmals Demonstranten in das Gebäude der Zentralbank eingedrungen. Die mehr als hundert Protestteilnehmer zogen sich erst nach Drohungen der Polizei, das Gebäude gewaltsam zu räumen, zurück. Sie verlangten lautstark den Rücktritt von Nationalbankchef David Oddsson. Ministerpräsident Geir Haarde nannte die finanzielle und wirtschaftliche Lage Islands in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung "sehr ernst". Nach dem Zusammenbruch der drei größten Banken im Oktober leidet das Land mit 320 000 Einwohnern unter Devisenknappheit. Die früher größte isländische Bank Kaupthing beantragte am Montag Zahlungsaufschub bei den amerikanischen Behörden für Schulden in den Vereinigten Staaten.