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Im Gespräch: Bastian Peters, Deutsche Nickel GmbH "Der Nickelpreis ist zu hoch"

21.01.2010 ·  Der Nickelmarkt ist gut versorgt. Der Preis müsste fallen. Er wird jedoch beeinflusst von spekulativen Anlegern, sagt Bastian Peters, Einkaufsleiter beim Nickelverarbeiter Deutsche Nickel GmbH.

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FRAGE: Der Nickelpreis hat sich seit März 2009 verdoppelt, liegt aber mit 18800 Dollar je Tonne deutlich unter dem Hoch von 2007. Wie schätzen Sie den Markt ein?

ANTWORT: Die offiziell gemeldeten Lagerbestände der Terminbörsen waren im Jahr 2007 mit 5000 Tonnen sehr gering. Sie hätten theoretisch nur wenige Tage vom Verbrauch abgedeckt. Auf der anderen Seite war es überhaupt kein Problem, an Material heranzukommen.

FRAGE: Wie ist das zu erklären?

ANTWORT: Die Knappheit, die statistisch zu sehen war, ließ sich auf legale Möglichkeiten zurückführen, größere Tonnagen außerhalb der Börsen zu lagern. Einige wenige Marktteilnehmer haben gewisse Mengen aus den Lagern der Börsen herausgenommen, während der Verbraucher dachte, die Knappheit sei da.

FRAGE: Das klingt nach Manipulation.

ANTWORT: Das würde ich so nicht sagen. Die London Metal Exchange hat schließlich inzwischen ihre "lending guidance" geändert und auf diese Weise den Riegel vorgeschoben. Danach haben sich die ausgewiesenen Lagerbestände allmählich erholt. Spekulative Anleger haben jedoch im Jahr 2007 laufend gekauft, den Markt bewegen können und den Preis auf mehr als 50000 Dollar pro Tonne Nickel gebracht. Dieser Preis konnte aber fundamental nicht nachvollzogen werden.

FRAGE: Sie erklären, selbst auf dem aktuellen Niveau sei der Nickelpreis irrational hoch. Wieso?

ANTWORT: Man rechnet im Jahr 2010 mit einer Nickelproduktion von knapp 1,4 Millionen Tonnen, bei einer Nachfrage von etwa 1,3 Millionen Tonnen. Gleichzeitig haben wir Bestände in LME-Lagern von knapp 160000 Tonnen. Davon liegt ein großer Teil physisch in Rotterdam und damit nahe an den europäischen Verbrauchern. Dazu kommen beträchtliche Lagerbestände in China sowie weitere außerbörsliche Lager in Europa. Insgesamt ist der Markt also gut versorgt.

FRAGE: Was führt denn dann zum aktuellen Preisniveau?

ANTWORT: Der Preis hat sich aus meiner Sicht losgelöst von den Fundamentaldaten. Es sind in den vergangenen Jahren viele Anlagegelder in den Metallbereich geflossen. Da der Nickelmarkt eine hohe Volatilität gezeigt hat, ist er interessant geworden für die spekulativen Anleger. Dieser Trend scheint sich fortzusetzen, obwohl er den physischen Gegebenheiten völlig voraus ist.

FRAGE: Woran machen Sie das fest?

ANTWORT: Im Jahr 2009 lag die Kapazitätsauslastung bei den Nickelproduzenten bei knapp unter 80 Prozent. Wenn der physische Bedarf da wäre, könnte also ohne weiteres mehr produziert werden. Zudem befindet sich mit Vale Inco einer der größten Nickelproduzenten seit August des vergangenen Jahres im Streik. Freie Kapazitäten, die Lagerbestände und ein voraussichtlicher Produktionsüberschuss von 7 oder 8 Prozent des Jahresbedarfs müssten dem Preis eigentlich einen Dämpfer geben.

FRAGE: Wer sind die Anleger, die kaufen und den Preis hochtreiben?

ANTWORT: Namen werden selten genannt. Es sind zum Teil die Investmentbanken, die Kapital plazieren. Darüber hinaus spielen die Indexfonds eine große Rolle.

Das Gespräch führte Christof Leisinger. Es ist in voller Länge unter faz.net nachzulesen.

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