14.10.2008 · Zwei neue Gaskraftwerke für je 500 Millionen Euro
cpm. BAD HERSFELD, 14. Oktober. Die spanische Iberdrola Generación S.A.U. errichtet im hessischen Ludwigsau bei Bad Hersfeld und im brandenburgischen Lauchhammer jeweils ein Gaskraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 1100 Megawatt. Die Investition kostet an jedem Standort etwa 500 Millionen Euro. In Ludwigsau nahm die Leiterin der Kraftwerksprojekte in Deutschland, Raquel Blanco Collado, die ersten Genehmigungsunterlagen von Kassels Regierungspräsident Lutz Klein (CDU) entgegen.
Das Kraftwerk soll in vier bis fünf Jahren am Netz sein, sagte Raquel Blanco Collado gegenüber dieser Zeitung. Die Entwicklung in Brandenburg sei ähnlich weit gediehen wie in Hessen. Iberdrola betreibe schon Windkraftanlagen in Deutschland. Die Kraftwerke in Hessen und Brandenburg seien aber die ersten Projekte dieser Größe in Deutschland. Frau Blanco Collado lobte die Behörden. Alles sei "super gut gelaufen". Klein sagte, gegen die Planungen habe es nur vier Einwendungen gegeben.
Deutschland sei für Iberdrola ein "sehr interessanter Markt", sagte Blanco Collado. Es sei der größte Markt in Europa, und Hessen liege in diesem zentral. In Ludwigsau verlaufen drei große Gasleitungen der Wintershall, der Eon und der Gasunion. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Umspannwerk Mecklar-Meckbach der Eon, das eine Höchstspannungsleitung, die in Nord-Süd-Richtung verläuft, mit der Stromtrasse nach Viesselbach bei Erfurt verbindet. Frau Blanco Collado sagte auf Nachfrage, Iberdrola habe stets Möglichkeiten, solche Projekte zu finanzieren, aber die Finanzkrise sei in diesen Tagen zweifelsohne ein Thema.
Die Kraftwerke bestehen jeweils aus zwei Blöcken mit je 550 Megawatt elektrischer Leistung. Das Gas wird zunächst in einer Gasturbine verbrannt. Das Abgas mit einer Temperatur von 600 Grad Celsius heizt wiederum Wasser auf, um eine Dampfturbine zu betreiben. Die thermische Leistung der gesamten Anlage in Ludwigsau beträgt 1920 Megawatt. Der Wirkungsgrad erreicht etwa 60 Prozent. Bestehende Kohlekraftwerke, hieß es, erreichten 38 bis 40 Prozent.