01.07.2010 · ami. BERLIN, 1. Juli. In der gesetzlichen Krankenversicherung steht eine weitere Großfusion bevor: Die Deutsche Angestellten Krankenversicherung (DAK) und die BKK Gesundheit, Deutschlands größte Betriebskrankenkasse, wollen sich zum 1.
ami. BERLIN, 1. Juli. In der gesetzlichen Krankenversicherung steht eine weitere Großfusion bevor: Die Deutsche Angestellten Krankenversicherung (DAK) und die BKK Gesundheit, Deutschlands größte Betriebskrankenkasse, wollen sich zum 1. Oktober zur DAK Gesundheit zusammenschließen. "Gemeinsames Ziel ist es, die Herausforderungen des Gesundheitsmarktes und die Synergieeffekte der Fusion im Interesse der Versicherten zu nutzen", teilte die DAK mit. Der Chef der BKK Gesundheit, Thomas Bodmer, sagte indes, eine endgültige Entscheidung stehe noch aus. Es seien noch viele Detailfragen zu klären.
Zusammen hätten die heutige Nummern 3 und 14 am Kassenmarkt 5,5 Millionen Mitglieder und 7,3 Millionen Versicherte. Beide Kassen sind finanziell angeschlagen und erheben seit dem Februar einen Zusatzbeitrag von 8 Euro im Monat. Das hat zur Abwanderung von etwa 5 Prozent ihrer Versicherten geführt. Deshalb gibt es im Kassenlager Stimmen, die die betriebswirtschaftliche Rationalität hinter der Fusion bezweifeln.
Zusammen kommen beide auf 900 Geschäftsstellen und 16 000 Mitarbeiter. Die Konkurrenz von der Barmer/GEK versorgt ihre 8,5 Millionen Mitglieder mit 19 000 Beschäftigten in 1000 Geschäftsstellen, die Techniker Krankenkasse ihre 7,5 Millionen Versicherten mit 11 000 Angestellten in 230 Stellen.
Die DAK, vor allem aber auch die BKK Gesundheit hatten erst im Januar andere Kassen aufgenommen. Die BKK ist im Lauf der vergangenen Jahre durch Dutzende Fusionen zur größten Betriebskrankenkasse Deutschlands geworden. Die Fusionspartner versprechen sich von der Kooperation Synergien, etwa im Einkauf oder im IT-Bereich.
Für die DAK würde der Zusammenschluss zudem Veränderungen im Verwaltungsrat bedeuten, in den erstmals Arbeitgebervertreter einziehen würden. Arbeitgeber zahlen zwar auch bei Ersatzkassen ihren Beitragsanteil, sie sind aber aus historischen Gründen nicht in deren Verwaltungsgremien vertreten, die bei der DAK von der Gewerkschaft Verdi kontrolliert werden. Die Neuordnung dürfte es DAK-Chef Herbert Rebscher künftig einfacher machen, weitere Kassen an Bord zu holen.