11.03.2010 · Von Carsten Knop
Die Aldi-PC-Marke Medion kennt jeder. Aber kennt man auch das Unternehmen? Immerhin: Anders als Aldi ist Medion börsennotiert - und das schon seit Jahren. Aber wohl keinem anderen Unternehmen dieser Bekanntheit gelingt es, publizitätspflichtig zu sein, mit Produkten um die Gunst von Endverbrauchern kämpfen zu müssen und doch so wenig von sich selbst preiszugeben. Einen Medion-Pressesprecher gibt es nicht. Die Investor-Relations-Abteilung, die somit für die Kontakte zur Welt hier draußen zuständig ist, darf ohne Rücksprache kein Wort sagen. Und nach Rücksprache erfährt man: so gut wie nichts. Ob denn nun die Notebooks oder die kleineren Netbooks gut gelaufen seien? Keine Antwort. Die Kompetenzen, Sie müssen verstehen. Der Vorstandsvorsitzende Gerd Brachmann, der knapp 55 Prozent der Anteile an Medion hält, überlässt auf den Bilanzpressekonferenzen dem Finanzvorstand das Wort. Interviews gibt Brachmann nicht. Für Hintergrundgespräche steht er nicht zur Verfügung. Medion wird damit zu einem gesichtslosen Unternehmen und zum Gegenentwurf amerikanischer Computerhersteller. Niemand ist dazu verpflichtet, das unsympathisch zu finden. Aber an der Börse schafft man so kein Vertrauen.