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Finanzinvestoren Private Equity schlägt sich tapfer

12.06.2009 ·  Über das gesamte Jahr 2008 gesehen scheint die europäische Beteiligungsbranche glimpflich durch die Finanzkrise gekommen zu sein. Trotz aller Turbulenzen konnten die in Europa ansässigen Private-Equity-Gesellschaften nochmals 79 Milliarden Euro von ihren Investoren einsammeln.

Von Holger Paul
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Über das gesamte Jahr 2008 gesehen scheint die europäische Beteiligungsbranche (Private Equity) glimpflich durch die Finanzkrise hindurchgekommen zu sein. Trotz aller Turbulenzen konnten die in Europa ansässigen Gesellschaften nochmals 79 Milliarden Euro (Vorjahr: 81 Milliarden Euro) von ihren Investoren einsammeln. Im gleichen Zeitraum investierten Private-Equity-Häuser 54 Milliarden Euro in insgesamt 5400 Unternehmen. Das war zwar ein Rückgang um knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Branche konnte damit aber wenigstens das Niveau des Jahres 2005 übertreffen, wie aus der Jahresstatistik 2008 des europäischen Private-Equity-Verbands (Evca) hervorgeht. Die Dramatik der Krise zeigt sich jedoch in der Quartalsbetrachtung: Nach dem Untergang der Investmentbank Lehman Brothers sackten die Investitionen der Private-Equity-Gesellschaften auch in Europa im vierten Quartal schlagartig um rund die Hälfte gegenüber der Vorperiode nach unten.

Ein gesteigertes Interesse zeigte die Beteiligungsbranche im Jahr 2008 an der Startfinanzierung von Unternehmen. Die Anzahl der Investments legte um 15 Prozent zu, der Wert der finanzierten Jungfirmen stieg um 7 Prozent. Damit sei die Frühphasenfinanzierung von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise verschont geblieben, schreibt der Verband. Allerdings macht der gesamte Wagniskapitalbereich (Venture Capital, inklusive Unternehmen, die schon erste Jahre überstanden haben) nur rund 10 Prozent aller Investitionen von Private Equity aus. Zudem droht den Jungunternehmen eine neue Durststrecke. Laut einer Umfrage von Deloitte Touche Tohmatsu und Evca plant gut die Hälfte von mehr als 700 befragten Risikokapitalgebern nun weniger Unternehmen zu finanzieren als ursprünglich geplant.

Attraktiv war für viele Private-Equity-Häuser 2008 das Feld Wachstumsfinanzierungen, die Investitionen verdoppelten sich hier auf mehr als 7 Milliarden Euro. Dabei rückten kleinere und mittelgroße Firmen verstärkt in den Blick der Finanzinvestoren. Den größten Rückschlag erlitt dagegen das Segment der großen Firmenübernahmen (Mega-Buy-outs). Sowohl die Anzahl der Transaktionen als auch deren Wert fiel um 40 Prozent geringer aus als im Vorjahr.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft.

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