06.05.2008 · Produktionsverlagerung wird wegen Dollar beschleunigt
him. MÜNCHEN, 6. Mai. Epcos beschleunigt die Verlagerung der Produktion von Deutschland nach Asien. Der Hersteller elektronischer Bauelemente, Module und Systeme reagiert damit auf den Preisdruck und die Schwäche des Dollar. In Deutschland fielen rund 400 Stellen weg, überwiegend von Leiharbeitnehmern, kündigte ein Sprecher von Epcos an. An den drei Standorten hierzulande gehören noch 1880 Mitarbeiter zur Stammbelegschaft, davon 1250 in München, die übrigen in Heidenheim und Berlin. In der Welt sind es insgesamt rund 20 000 Beschäftigte. Die Zahl der zusätzlichen Leiharbeitnehmer nennt das Unternehmen nicht.
Der am Dienstag veröffentlichte Quartalsbericht stieß an der Börse auf eine positive Resonanz. Der Kurs der im Tec-Dax notierten Aktie legte in einem schwachen Markt bis zu 5,5 Prozent auf 10,47 Euro zu. Umsatz und Ergebnis trafen die Erwartungen von Epcos. Der Konzernerlös von Januar bis März 2008 sank, verglichen mit dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2007/08 (30. September), um 2 Prozent auf 362 Millionen Euro. Das Unternehmen begründete dies vor allem mit dem saisonal schwächeren Mobilfunkgeschäft.
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieb mit 25,7 Millionen Euro auf dem Niveau des ersten Quartals 2007/08 - bereinigt um einen Sondereffekt. Unter dem Strich steht ein Nettogewinn von 17,1 Millionen Euro. Analyst Günther Hollfelder von Unicredit bezeichnete die Zahlen als gut und erwähnte auch den bestätigten Ausblick. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Epcos mit einem Umsatzanstieg um einen mittleren einstelligen Prozentwert und einem Ebit von 110 Millionen Euro nach 83 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr. In den ersten sechs Monaten 2007/08 erzielte der Konzern ein Ebit von 54 Millionen Euro. Die Belastungen aus Währungseffekten hätten einen zweistelligen Millionenbetrag in Euro erreicht.