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Die magische Dax-Schwelle sind 6150 Punkte

19.11.2009 ·  Überwindet der Index die Marke, ist der Weg bis zu 7000 Punkten frei. Ansonsten droht eine Seitwärtsbewegung zwischen 5350 und 6150 Punkten. Der Goldpreis befindet sich hingegen in einem absolut perfekten Aufwärtstrend. Die Technische Analyse. Von Wieland Staud

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FRANKFURT, 19. November. Die aktuelle analytische Situation des Dax hat sich deutlich stabilisiert. Als das strategische Kursziel von 5750 bis 6100 Punkten erreicht war, fiel er zurück und durchbrach seinen Aufwärtstrend. Die abrupte Trendwende nach oben und die aktuelle Auferstehung bis heran an die alten Jahreshochs ist dann jedoch nicht zu erwarten gewesen.

Die analytische Situation hat sich damit zwar nicht grundlegend, aber schon erwähnenswert gewandelt. Zum einen wurden durch den raschen Anstieg viele der vorausgegangenen wenig begeisternden Signale geheilt. Zum anderen greift hier auch wieder die Argumentation der verpassten Chancen. Nichts ist schlimmer, als eine Chance nicht zu nutzen. Es kann lange dauern, bis sie in vergleichbarer Qualität wiederkommt. Für Bären könnten deshalb also schwere Zeiten angebrochen sein. Dennoch kann heute daraus nicht abgeleitet werden, dass sich die Chancen nach oben in gleichem Maße verbessert haben. Vor dem Dax liegt zwischen 5850 und 6150 Punkten noch immer eine Widerstandszone allererster Güteklasse. Aber auch Dow Jones und S&P 500 haben bestenfalls noch rund 3 Prozent Luft bis zu ihren jeweiligen Abwärtstrends, und selbst der Euro Stoxx 50 wird spätestens mit Kursen um 3000 Punkte an seine Grenzen stoßen (aktuell: 2900 Punkte). Nur dann, wenn wir uns in der besten aller Welten befinden sollten, nur dann könnten die Märkte in der Lage sein, sich bereits jetzt über solch ausgeprägte Hindernisse hinwegzusetzen.

Erstaunlicherweise ist das ab sofort zumindest denkbar. Der Dax könnte sich wie auch die Indizes an der Wall Street in einem perfekten Aufwärtstrend befinden, den wir nur deshalb nicht als solchen erkennen, weil die nur sehr schwer auszublendende fundamentale Information einer nicht ausgestandenen Weltfinanzkrise selbst technischen Analysten Sand in die Augen streut.

Noch können diese beste aller Welten und Kursziele über 7000 Punkte wie schon einmal angedeutet nicht in den Rang einer Prognose erhoben werden. Das geht erst an dem Tag, an dem der Dax die magische Schwelle von 6150 Punkten überwindet. Vielleicht liegt aber genau das nicht mehr in einer gar so weit entfernten Zukunft, wie das noch vor Wochen vermutet werden musste. So unbefriedigend die folgende Prognose auch sein mag: Bis es so weit ist und solange der Dax nicht unter 5350 Punkte zurückfällt, so lange sind erst einmal seitwärts tendierende Aktienmärkte ohne entscheidende Kursgewinne oder -verluste angesagt.

Die Feinunze Gold befindet sich hingegen unverändert in einem absolut perfekten Aufwärtstrend, und es wäre wirklich in allerhöchstem Maße irritierend, wenn sich diese Entwicklung in Kürze abrupt umkehren würde. Nach dem Überschreiten des sehr konservativen ersten Kurszieles von 1100 Dollar ist jetzt für die nächsten 6 bis 12 Monate mit einem Kurspotential von allerwenigstens 20 Prozent zu rechnen. Die Chance, dass Gold sich gerade in einer Elliott Drei - der Kernanstiegsphase einer Hausse - befindet, ist momentan maximal. Dennoch ist die Feinunze mit Sicherheit nicht vor Rückschlägen gefeit. Gerade jetzt scheint die kurzfristige Technik ausgereizt zu sein. Aber aus diesen Konsolidierungen wird kaum eine Trendwende erwachsen können.

Erstaunlicherweise ist die Zahl derjenigen, die eine andere Meinung zum Gold haben, seit geraumer Zeit vergleichsweise gering. Allerdings wäre es ein Fehler, diese hohe Zustimmungsrate mit Euphorie gleichzusetzen und deshalb dem Ende des Aufwärtstrends in nicht allzu ferner Zukunft das Wort zu reden. Wer genau hinhört, der merkt schnell, dass den Worten bislang kaum Taten gefolgt sind. Die meisten gehen von einer Fortsetzung des Trends aus - aber so richtig engagiert scheint kaum einer zu sein.

Der Autor leitet die Staud Research GmbH in Bad Homburg.

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