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Der Erfolg hängt vom Preis der Batterie ab

16.09.2009 ·  Johnson Controls will die Produktionskosten in fünf Jahren um 50 Prozent senken

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hpa. FRANKFURT, 16. September. Der Siegeszug der Elektroautos wird wohl länger auf sich warten lassen, als es die verheißungsvolle Stimmung auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) suggeriert. Prognosen, wonach bis zum Jahr 2020 rund 20 Prozent aller Fahrzeuge mit Batteriebetrieb unterwegs sein werden, seien "sehr optimistisch", sagt Alex Molinaroli, President der Sparte Power Solutions des amerikanischen Zuliefererkonzerns Johnson Controls, im Gespräch mit dieser Zeitung. "Im Markt herrscht derzeit ein gewisser Hype. Es geht weniger um die Zuverlässigkeit der Batterien als um den Preis. Am Ende hängt alles davon ab, die Kosten für die Produktion der Batterien so weit zu senken, dass sie mit Verbrennungsmotoren mithalten können", erläutert Molinaroli.

Johnson Controls (Jahresumsatz 2008: 38,1 Milliarden Dollar) ist in seiner Sparte Power Solutions mit den Marken Varta, Optima oder Heliar der weltgrößte Hersteller von klassischen Autobatterien (Produktion 2008: 120 Millionen Stück) und sieht sich auch als führender unabhängiger Hersteller von hybriden Autobatteriesystemen. Der Konzern hat sich auf die Fahnen geschrieben, die weitere Elektrifizierung des Verkehrs maßgeblich mitzugestalten. Das Ziel laute, bis zum Jahr 2015 die Produktionskosten je Lithium-Ionen-Batterie um 50 Prozent gegenüber heute zu senken. Welche Reichweite ein Fahrzeug dann erreichen könne, hänge vom Fahrzeugtyp und den gefahrenen Strecken ab, sagt Molinaroli und bleibt damit vage. Rund 100 Meilen sollten mit einer voll geladenen Batterie aber möglich sein. Nach seiner Ansicht werden die Menschen künftig verstärkt unterschiedliche Fahrzeuge für unterschiedliche Zwecke - reine Stadtfahrten oder das tägliche Pendeln zum Arbeitsplatz - verwenden.

Das Konzept des amerikanischen Unternehmers Shai Agassi und dessen Firma Better Place hält Molinaroli indes für sehr ambitioniert und im größeren Stil kaum durchsetzbar. Better Place plant in Israel ein ganzes Netz von Servicestationen, an denen Autofahrer eine leere Batterie einfach gegen eine volle austauschen und sich somit die Wartezeit für den Ladevorgang ersparen können. Der Erfolg dieses Projekts hänge jedoch stark von der Standardisierung der Batterien ab, sagt der Johnson-Controls-Manager. Um eine ähnliche Infrastruktur in Europa oder Amerika aufbauen zu können, müsste sich die Autoindustrie zuvor auf einen einheitlichen Batterietyp einigen. Das sei angesichts der vielfältigen Entwicklungen in den Autokonzernen aber kaum vorstellbar. Wesentlich leichter wäre dagegen ein landesweites Netz von Ladestellen ("plug-instations") zu errichten, an denen mit verschiedenen Ladeadaptern gearbeitet wird.

Seit dem vergangenen Jahr produziert Johnson Controls in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem französischen Saft-Konzern Lithium-Ionen-Batterien für das S-Klasse-Hybrid-Modell von Mercedes-Benz. Die Fabrik habe eine Kapazität von bis zu 10 000 Batterien pro Jahr, und davon gehe der größte Teil bislang auch an Daimler, sagt Molinaroli. Im kommenden Jahr wird mit diesen Batterien auch die Siebener-Klasse von BMW ausgestattet, von 2012 an soll Ford beliefert werden, jedoch mit einer anderen Batterie. Die Produktionskapazitäten werden erweitert, derzeit errichtet der Konzern eine neue Fabrik in Michigan.

Ungeachtet der ambitionierten Pläne im Elektroautosegment wird die klassische Autobatterie aber noch lange Zeit der überragende Umsatzbringer sein, räumt Molinaroli ein. Derzeit würden in der Sparte Power Solutions gut 95 Prozent des Jahresumsatzes von knapp 6 Milliarden Dollar mit Bleisäure-Batterien gemacht, davon etwa 40 Prozent in Europa. Die Technologie sei zwar sehr ausgereift, es gebe aber auch hier immer noch Verbesserungsmöglichkeiten, etwa durch die Start-Stop-Automatik oder beim Recycling, erläutert Molinaroli. Dass Johnson Controls bislang besser durch die Krise am Automarkt gekommen sei als andere Zulieferer, liege auch daran, dass das Neugeschäft mit Batterien nur rund 20 Prozent der Erlöse ausmache, 80 Prozent dagegen entfielen auf das Ersatzteilgeschäft.

Dennoch hat die Krise auch Johnson Controls getroffen, im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2009 (per Ende Juni) lag der Umsatz der Sparte Power Solutions noch bei 856 Millionen Dollar und damit knapp 40 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Gewinn sank um 27 Prozent auf 106 Millionen Dollar. "Wir haben den Boden der Entwicklung inzwischen aber erreicht", ist sich Molinaroli sicher.

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