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Chinas Zentralbank zieht die Zügel an

12.01.2010 ·  itz. PEKING, 12. Januar. Um der Inflation und einer Überhitzung der Wirtschaft vorzubeugen, hat China Schritte zu einer strafferen Geldpolitik eingeleitet. Am Dienstag erhöhte die Zentralbank die Anforderungen an die Mindestreserve, ...

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itz. PEKING, 12. Januar. Um der Inflation und einer Überhitzung der Wirtschaft vorzubeugen, hat China Schritte zu einer strafferen Geldpolitik eingeleitet. Am Dienstag erhöhte die Zentralbank die Anforderungen an die Mindestreserve, die Geschäftsbanken bei ihr anlegen müssen und die so dem Kreditkreislauf entzogen ist. Vom 18. Januar an steige der Wert dieser Reserve um 50 Basispunkte (0,5 Prozentpunkte), teilte die Bank mit. Dadurch solle eine "vernünftige" Kreditvergabe der Banken gewährleistet werden. Bisher müssen große Banken 15,5 und kleinere 13,5 Prozent ihrer Kundeneinlagen bei der Notenbank deponieren. Zuletzt war der Wert 2008 erhöht worden. Um die Landwirtschaft zu stützen, seien genossenschaftliche Agrarinstitute von der Erhöhung ausgenommen, schreibt die Zentralbank. Zum zweiten Mal innerhalb von nur einer Woche bietet sie zudem kurzfristige Staatsanleihen zu höheren Renditen an. Viele Analysten sehen in diesem Vorgehen den Beginn einer Zinswende. Die Währungshüter selbst bestehen in ihrer Mitteilung aber darauf, dass die Geldpolitik "adäquat locker" bleibe.

Zur Liquiditätssicherung von Unternehmen und zur Ankurbelung der Wirtschaft hatte China in der Krise die Kreditvergabe erleichtert. Die Zinsen und die Mindestreserveanforderungen wurden gesenkt, die Vergabebeschränkungen der Geschäftsbanken gelockert. Seit sich abzeichnet, dass die chinesische Wirtschaft 2009 mindestens um 8 Prozent gewachsen ist und 2010 sogar zweistellig zulegen könnte, wollen die Zentralregierung und die Notenbank das Kreditwachstum drosseln. Andernfalls drohten Inflation, Blasenbildung und die Häufung uneinbringlicher Kredite, heißt es.

Nach Zentralbankangaben stieg 2009 die Summe aller Ausleihungen um 122 Prozent auf 9210 Milliarden Yuan, das sind rund 1000 Milliarden Euro. Allein an den ersten sechs Handelstagen dieses Jahres seien es 600 Milliarden Yuan gewesen, berichten Medien. Nachdem China zuletzt sinkende Konsumentenpreise gesehen hatte, zieht die Teuerung nun wieder an. Fachleute erwarten für das Gesamtjahr eine Rate von 3 bis 5 Prozent. Chinesische Wissenschaftler hatten zu Wochenbeginn vor einer Überhitzung der Wirtschaft gewarnt, für die sie 2010 ein Wachstum von 16 Prozent erwarten.

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