Home
http://www.faz.net/-1va-zzbh
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Aktuelle Nachrichten online - FAZ.NET

Billige Kassen gewinnen Mitglieder

12.08.2008 ·  Mehr als 400 000 Versicherte haben im ersten Halbjahr gewechselt

Artikel Lesermeinungen (0)

ruh. FRANKFURT, 12. August. Wenige Monate vor der Einführung des Gesundheitsfonds hat sich der Wettbewerb unter den gesetzlichen Krankenkassen noch einmal verschärft. Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres haben nach Zählung des Fachmagazins Dienst für Gesellschaftspolitik mehr als 400 000 zahlende Kassenmitglieder den Anbieter gewechselt. Besonders beliebt waren dabei Kassen mit niedrigen Beitragssätzen. So hat die IKK-direkt die Zahl ihrer Mitglieder um knapp 20 Prozent oder 95 000 erhöht. Sie war über Jahre die günstigste unter den bundesweit anbietenden Kassen, hat zuletzt aber auch die Beitragssätze deutlich erhöht. Die IKK-Südwest lockte mit ihrem niedrigen Beitragssatz im Saldo knapp 37 000 neue Mitglieder an. Gefragt seien außerdem Kassen mit einer starken Marke gewesen, sagte Wolfgang Lange vom DfG. In diese Kategorie falle der Mitgliederzuwachs der Techniker Krankenkasse. Die TK, nach der Barmer die Nummer zwei unter den deutschen Krankenkassen, legte um 1,8 Prozent oder rund 74 000 Mitglieder zu.

Die im Verhältnis zur Größe auffälligsten Einbußen mussten die Betriebskrankenkassen hinnehmen. Ihre Mitgliederzahlen sanken in ersten Halbjahr um bis zu 10 Prozent. Die größte Einbuße verzeichnete die Taunus BKK, die 32 000 (minus 5 Prozent) Mitglieder verlor.

Vom kommenden Jahr an dürfte sich der Preiswettbewerb der Kassen zunächst beruhigen. Denn dann zahlen die Mitglieder einen einheitlichen Beitragssatz, dessen Höhe noch nicht bestimmt worden ist. Finanzstarke Kassen dürfen zwar Geld an ihre Mitglieder zurückgeben und finanzschwache bis zu 1 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens nachfordern. Aber Beobachter der Branche erwarten, dass die meisten Kassen im ersten Jahr stillhalten werden.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel