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Bei Porsche-Zulieferer droht Streik

Streit um Abbau von 140 Arbeitsplätzen

ols. STUTTGART, 15. Juli. Die Mitarbeiter des Autozulieferers HIB in Bruchsal haben im Streit um den Abbau von rund 140 Arbeitsplätzen mit einem Arbeitskampf gedroht. Hintergrund ist nach Angaben der IG Metall die Forderung, dass sich der frühere Eigentümer - der bayerische Zulieferer Dräxlmaier Group - an den Kosten für einen Interessensausgleich beteiligen soll. Dräxlmaier stehe in der Verantwortung, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Bruchsal, Eberhard Schneider. Bei HIB sollen bis zum Ende des Jahres nach Angaben der Gewerkschaft 136 Stellen abgebaut werden, im nächsten Jahr nochmals rund 70. Insgesamt seien in dem Werk 480 Menschen beschäftigt.

HIB (Holzindustrie Bruchsal) gehört aber seit ein paar Monaten nicht mehr zum Zulieferer Dräxlmaier. Er hatte den Geschäftsbereich, der Zierteile für die Autoindustrie herstellt, an die Beteiligungsgesellschaft Mutares AG verkauft. Zum verkauften Geschäftsbereich gehörten auch noch die Standorte in Vilsbiburg sowie Codlea in Rumänien.

Der HIB-Betriebsrat kehrte von einem Gespräch mit Verantwortlichen von Dräxlmaier enttäuscht zurück. Das Unternehmen habe keine Zusage gemacht, sich finanziell zu beteiligen, sagte Betriebsratsvorsitzender Ralf Rothermel. Nun wollten die Beschäftigten bei Dräxlmaier protestieren. Der bayerische Zulieferer wollte sich zu dem Thema nicht äußern. Bei HIB war zunächst niemand zu erreichen. "Die Stimmung ist sehr gereizt", sagte der Arbeitnehmervertreter. Nach Einschätzung der IG Metall könnte es auch zu Arbeitsniederlegungen kommen. Dann könnte auch die Produktion des Porsche-Luxuswagens Panamera betroffen sein. "Wenn hier alles steht, ist vier Tage später auch bei Porsche Stillstand", sagte der IG-Metall-Bevollmächtigte Schneider.

Ein Sprecher des Sportwagenherstellers erklärte dazu: "Unsere Produktion läuft normal. Von einem Lieferengpass ist uns nichts bekannt und wir haben da auch keine Befürchtungen." Die in Bruchsal produzierten Teile sind für das Porsche-Werk in Leipzig und werden in den Panamera eingebaut. Das Werk in Bruchsal soll angeblich in ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken, hieß es in Branchenkreisen. Dräxlmaier hatte vor vier Jahren schon einmal für Schlagzeilen gesorgt. Damals hatte er in einem Überraschungscoup sein Werk in Böblingen dicht gemacht und die Hallen leer geräumt sowie die Maschinen nach Bruchsal transportiert.

Quelle: F.A.Z.

 
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