03.12.2008 · ham. FRANKFURT, 3. Dezember. Die schwer angeschlagene Bayern LB hat allein im dritten Quartal einen Verlust von einer Milliarde Euro erlitten. Damit weitete sich der operative Verlust nach neun Monaten, gedrückt durch 2,2 Milliarden ...
ham. FRANKFURT, 3. Dezember. Die schwer angeschlagene Bayern LB hat allein im dritten Quartal einen Verlust von einer Milliarde Euro erlitten. Damit weitete sich der operative Verlust nach neun Monaten, gedrückt durch 2,2 Milliarden Euro Belastungen aus der Finanzkrise, auf 1,7 Milliarden Euro aus. Die Prognose von Ende Oktober, am Jahresende einen Verlust von "nur" 3 Milliarden Euro zu erzielen, hat die Bank vor kurzem wegen der Zuspitzung der Finanzkrise zurückgezogen. Eine neue Jahresprognose wagt sie nicht mehr. Die Bayern LB braucht wegen der auf 6,8 Prozent bedrohlich zusammengeschmolzenen Kernkapitalquote eine Eigenkapitalerhöhung um 10 Milliarden Euro, die der Freistaat Bayern alleine stemmen wird (F.A.Z. vom 2. Dezember). Bayerns neuer Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat sich am Mittwoch erstmals im Namen der Staatsregierung für Fehler im Zusammenhang mit der Krise der Bayern LB entschuldigt. Frühere Minister der CSU, darunter Kurt Faltlhauser, Erwin Huber und Günther Beckstein, saßen jahrelang im Kontrollgremium der Bank. Auch die Vertreter der Sparkassen und Kommunen im Verwaltungsrat, darunter Sparkassenverbandspräsident Siegfried Naser und der Vorsitzende des bayerischen Städtetages, Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger, teilten mit, sie "bedauerten sehr", die "Fehlentwicklungen am amerikanischen Immobilienmarkt und die aufkommende Weltfinanzkrise nicht gesehen" zu haben. Der Bayern LB sind unter anderem ein 24 Milliarden Euro großes Portfolio strukturierter Wertpapiere sowie 1,5 Milliarden große Engagements in Island zum Verhängnis geworden. Nun hat die Bayern LB auch die Risikovorsorge für faule Kredite vervierfacht, da sie wegen der schlechten Konjunktur in Bayern auch mit mehr Insolvenzen von Firmenkunden rechnet.