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Amazon ohne Holtzbrinck

31.01.2010 ·  Buchsparte Macmillan im Preisstreit mit Online-Händler

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lid. NEW YORK, 31. Januar. Ein Streit zwischen dem Online-Händler Amazon.com und der amerikanischen Buchsparte des deutschen Verlags Georg von Holtzbrinck ist am Wochenende eskaliert: Amazon hat alle Bücher der Holtzbrinck-Tochtergesellschaft Macmillan aus seinem Online-Laden entfernt. Dem drastischen Schritt von Amazon war eine Auseinandersetzung um die künftige Preisgestaltung für elektronische Bücher vorausgegangen. Der Streit kommt nur wenige Tage, nachdem der amerikanische Apple-Konzern angekündigt hat, mit seinem Tablet-Computer iPad und einem dazugehörigen Online-Bücherdienst in den digitalen Lesemarkt vorzustoßen. Apple hat dafür Allianzen mit fünf Verlagen geschlossen, darunter Macmillan.

Apple plant in seinem Online-Buchladen offenbar ein anderes Preismodell als Amazon für Titel zu seinem digitalen Lesegerät Kindle, obwohl es dazu noch keine offiziellen Bestätigungen gibt. Angeblich will Apple die Verlage ein Stück weit mitbestimmen lassen, welche Preise im iBookstore verlangt werden.

Neuveröffentlichungen sollen in Amerika in der Regel bei 14,99 oder 12,99 Dollar liegen, Apple würde einen Anteil von 30 Prozent an den Erlösen bekommen. Bei Amazon liegt der Preis für die meisten Bücher bei 9,99 Dollar. Wie es in der Branche heißt, ist das für Amazon ein Verlustgeschäft, denn die Verlage bekommen vom Unternehmen für jedes Buch die Hälfte des Ladenpreises. Trotzdem sind viele Verlage mit dem Amazon-Modell nicht glücklich, auch wenn die Einnahmen mit Apple niedriger wären. Denn sie fürchten, dass Amazon mit den 9,99 Dollar langfristig einen aus ihrer Sicht zu niedrigen Preis etabliert.

Vor diesem Hintergrund hat Macmillan-Vorstandschef John Sargent am Donnerstag mit Amazon Gespräche über die Preisgestaltung geführt, wie er am Wochenende in einem offenen Brief schrieb. Er drohte Amazon damit, künftig elektronische Bücher für den Kindle-Laden erst deutlich nach dem Erscheinungsdatum für die gedruckte Version freizugeben, wenn das Unternehmen an seinem bisherigen Preismodell festhalten wolle.

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