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Willem-Alexander und Máxima : Ein Königspaar auf Entdeckungsreise

Auch wenn es ein Arbeits- und kein Staatsbesuch war: An Gelegenheiten zum freudigen Winken mangelte es nicht Bild: dpa

Das niederländische Königspaar ist zu Besuch in Deutschland und Willem-Alexander mahnt, Deutschland und die Niederlande dürften die Neugier aufeinander nicht verlieren. Über mangelnde Neugier der deutschen Fans muss er sich aber nicht beklagen.

          Dass das niederländische Königspaar Willem-Alexander und Máxima bei seiner Arbeitsreise durch Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auch in Münster Station macht, liegt auf der Hand. Münster gilt als einer der Geburtsorte der Niederlande, weil mit dem am 30. Januar 1648 hier geschlossenen spanisch-niederländischen Vertrag die Grundlage für die Unabhängigkeit der Niederlande gelegt wurde. Zudem feiert das Zentrum für Niederlande-Studien der Westfälischen Wilhelms-Universität 2014 den 25. Jahrestag seiner Gründung.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Während die aus Argentinien stammende Máxima am Dienstag im münsterschen „Haus der Niederlande“ mit Studenten auf Niederländisch parlierte, diskutierte ihr Mann am Nachbarstehtisch mit jungen Leuten auf Deutsch über die Zukunft Europas. Allzu meinungsfreudig erwies sich Willem-Alexander dabei allerdings nicht. Immer wieder bat der König um Verständnis dafür, dass er als Staatsoberhaupt in politischen Fragen zur Neutralität verpflichtet sei. „In meiner Funktion darf ich oft keine Meinung haben, als Person natürlich immer. Das ist manchmal schwer.“

          Die Neugier bewahren

          Mit Fakten, Hinweisen und Lob darf er aber werten. Und darin bewies Willem Geschick. Mittlerweile studierten mehr Deutsche Niederlandistik, als Niederländer Germanistik, sagte er. „Was das angeht, möchte ich der jungen Generation in Deutschland gern ein Kompliment aussprechen.“ Der König knüpfte damit auch an seine Mahnung vom Vorabend an: „Es ist wichtig, dass wir unsere Neugier aufeinander nicht verlieren“, hatte er bei einem festlichen Abendessen mit Hannelore Kraft und Stephan Weil, den beiden sozialdemokratischen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, in Schloss Wilkinghege gesagt.

          Es sei faszinierend, wie die Niederlande, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sich einander ergänzten. Da man sich geografisch so nahe sei, übersehe man jedoch oft die Besonderheit der Beziehung. „Es ist wichtig, einander immer wieder neu zu entdecken. Darum sind wir hier.“

          Bei aller deutsch-niederländischer Routine scheint jedenfalls die Neugier der deutschen Fans auf Willem-Alexander und Máxima ungebrochen. Obwohl bei einem Arbeitsbesuch anders als bei einem Staatsbesuch Händeschütteln und freudiges Winken kaum im Programm vorgesehen sind, fand sich überall, ob in Leer, Oldenburg, Münster, Dortmund, Essen oder am Dienstagabend im Park von Schloss Moyland für Schaulustige genug Zeit, dem königlichen Paar ganz nahe zu kommen.

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