15.02.2007 · Halbleitersparte Siltronic als Gewinnmotor / Unternehmen erwartet weiteres Wachstum
theu. MÜNCHEN, 15. Februar. Der Münchner Chemiekonzern Wacker hat im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis verbucht, ist dafür am Donnerstag an der Börse aber nicht belohnt worden. Die im Nebenwerteindex M-Dax geführte Aktie von Wacker Chemie verlor nach anfänglichen Kursgewinnen in einem stabilen Marktumfeld im Handelsverlauf 2,5 Prozent auf 125,00 Euro. In den vergangenen Monaten hatte das Unternehmen, das vergangenes Frühjahr an die Börse gegangen ist, dagegen deutlich besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt.
Im Schlussquartal hatte Wacker Chemie beim operativen Gewinn (Ebitda) und beim Umsatz die Schätzungen der Analysten sogar leicht übertroffen. Das Unternehmen ist außer in der Chemie in seiner derzeit florierenden Sparte Siltronic als Hersteller von Siliziumscheiben (Wafern) auch Zulieferer für die Halbleiterindustrie. Außerdem ist Wacker in seinem Bereich Polysilizium auch Lieferant für die Solartechnikbranche. Im Geschäftsjahr 2006 hat Wacker seine zwischenzeitlich erhöhten Prognosen erreicht. Auf vorläufiger Basis wuchs das Ebitda um 38 Prozent auf 785 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 21 Prozent auf 3,33 Milliarden Euro zu. Wacker erwartet im laufenden Geschäftsjahr eine weitere Verbesserung von Gewinn und Umsatz. Die vollständigen Geschäftszahlen für 2006 sollen am 22. März veröffentlicht werden.
Wichtigster Gewinnmotor war Siltronic. Das Ebitda dieses Bereichs sprang auf 335 (im Vorjahr bereinigt: 153) Millionen Euro nach oben. Der Umsatz stieg auf 1,26 (im Vorjahr: 0,925) Milliarden Euro. Im vierten Quartal verbesserte sich außerdem die operative Umsatzrendite weiter auf 33 (im Vorjahreszeitraum: 27) Prozent.
Analysten warnten allerdings, diese positive Entwicklung könne nicht einfach in die Zukunft fortgeschrieben werden. "Die gewaltige Dynamik kann längerfristig kaum aufrechterhalten werden", kommentierte Christian Faitz vom Bankhaus Sal. Oppenheim in Köln. "Es gibt Anzeichen, dass sich die Halbleiterkonjunktur abkühlt", gibt auch Christian Weiz, Analyst bei der italienischen Großbank Unicredit in München, zu bedenken.
Das Siltronic-Geschäft steuert jedoch fast die Hälfte zum operativen Gewinn des Wacker-Konzerns bei. Das umsatzmäßig bedeutendste Wacker-Geschäft, die Chemikalien, legte trotz eines saisonal schwächeren Verlaufs im vierten Quartal insgesamt ebenfalls leicht zu. Im Gesamtjahr stieg das Ebitda um 5 Prozent auf 345 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 15 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro.
Der Bereich Polysilizium, der die Solarindustrie beliefert, steigerte sein Ebitda um 28 Prozent auf 115 Millionen Euro und den Umsatz um 13 Prozent auf 325 Millionen Euro. "Manche Anleger hatten mit Blick auf Solaraktien wie etwa REC noch bessere Zahlen erwartet", kommentierte Unicredit-Analyst Weiz. Die ganz auf die Solartechnik spezialisierte norwegische Renewable Energy Corp. (REC) hat 2006 ihren operativen Gewinn mehr als verdoppelt.