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Mit ETCs auf Rohstoffe setzen

21.04.2009 ·  "Ich rate jungen Leuten, Bauer zu werden", sagt Investment-legende Jim Rogers. Über börsengehandelte Rohstoffe, sogenannte Exchange Traded Commodities (ETCs), können Anleger von der Entwicklung des Rohstoffmarktes profitieren. Von HECTOR McNEIL

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Rohstoffe entwickeln sich oft unabhängig und bisweilen sogar gegenläufig zu den weltweiten Aktienmärkten. Ihr hoher Wert für die Diversifikation und Risikostreuung des Portfolios ist daher unbestritten. Allerdings stellen Rohstoffinvestments Investoren vor besondere Herausforderungen. Physische Investments lassen sich mit Ausnahme von Edelmetallen nicht umsetzen. Aktien von Rohstoffunternehmen lassen sich zwar einfach über die Börse handeln, verbinden jedoch die Investmenteigenschaften von Rohstoffen und Aktien. Sie haben damit nicht die gleichen Diversifikationseffekte wie ein direktes Rohstoffinvestment. Mit Zertifikaten geht der Anleger in der Regel ein Kreditrisiko mit der emittierenden Bank ein, was viele angesichts der Unsicherheit an den Finanzmärkten verhindern wollen.

Eine Alternative sind börsengehandelte Rohstoffe. Sie verbinden ein direktes Rohstoffinvestment mit den Vorteilen eines einfachen Handels über die Börse. Hinzu kommt: Ein Kreditrisiko wird bei den ETCs praktisch ausgeschlossen. Die ausgegebenen Wertpapiere auf Gold, Silber, Platin oder Palladium sind durch physisch hinterlegte Edelmetalle gedeckt. Die Barren werden im Auftrag des Investors treuhänderisch verwahrt. Da bei vielen Rohstoffen eine physische Hinterlegung jedoch nicht möglich ist, basieren die meisten ETCs auf Rohstoff-Futures. Energiewerte werden zusätzlich durch Kontrakte der Shell Group besichert. Bei allen ETCs auf Indizes von Dow Jones-AIG werden die Versicherungskontrakte zudem zusätzlich mit liquiden Kreditsicherheiten, wie Staatsanleihen mit den besten Ratings, vollständig hinterlegt. Investoren tragen bei ETCs allein das Marktrisiko in dem jeweiligen Rohstoff und gehen keine Management- oder Kreditrisiken mit dem Emittenten ein.

Taktische Asset Allocation

Die einfache Handelbarkeit und die geringen Handelskosten der ETCs erleichtern Investoren die Anpassung ihres Portfolios an die Marktentwicklungen bei den einzelnen Rohstoffen. Da verschiedene Faktoren die Preise der einzelnen Rohstoffe bestimmen, entwickeln sich diese je nach Marktumfeld höchst unterschiedlich. Während etwa der Ölpreis aufgrund des weltweiten konjunkturellen Abschwungs deutlich gesunken ist, hat der Goldpreis von der Suche der Investoren nach einem "sicheren Hafen" profitiert. Das Risiko-Rendite-Profil verbessert sich daher, wenn Investoren gezielt mehrere unterschiedliche Rohstoffpositionen kombinieren. Gleichzeitig lässt sich über eine taktische Asset Allocation, also ein Über- oder Untergewichten der einzelnen Rohstoffe entlang der Markterwartungen, die Rendite deutlich erhöhen.

Auf fallende Kurse wetten

Mit weit mehr als hundert ETCs auf Agrarrohstoffe, Energie, Industriemetalle, Edelmetalle und Lebendvieh haben Investoren eine breite Auswahl. Short ETCs spiegeln zudem die entgegengesetzte, prozentuale Marktentwicklung wider und erleichtern damit die Absicherung des Portfolios oder Wetten auf fallende Kurse.

Neben den Short-ETCs können Investoren auch über gehebelte Produkte mit halbem Kapitaleinsatz Positionen bei einzelnen Rohstoffen abbilden. Das Depot lässt sich mit geringem Kapitaleinsatz effektiv diversifizieren unter Beimischung einer renditeträchtigen Position.

Schließlich haben Investoren mit ETCs die Option, nicht auf die aktuellen Spotpreise, sondern auf Futures mit längeren Restlaufzeiten zu setzen. Der Vorteil: Da kurzfristige Veränderungen auf der Angebots- oder Nachfrageseite eine geringere Bedeutung haben, gehen die Wertschwankungen der Futures in der Regel umso mehr zurück, je länger die Restlaufzeit ist. Rollgewinne und -verluste werden damit reduziert. Mit den unterschiedlichen Restlaufzeiten können sich Investoren zudem gezielt auf der Future-Kurve positionieren und Bewertungsunterschiede zwischen den Terminkontrakten ausnutzen. Zuletzt waren ETCs auf mehrere Jahre laufende Öl-Futures deutlich wertbeständiger als ETCs auf den Front-Month-Futures-Kontrakt bei Öl.

ETCs ermöglichen ein direktes Investment in Rohstoffkörbe oder einzelne zugrundeliegende Rohstoffe und lassen sich dank ihrer Börsennotierung so einfach wie Aktien handeln. Mit ETCs können Investoren viele Strategien rund um Rohstoffe umsetzen. Die Konzentration auf Marktrisiken, gute Handelseigenschaften und geringe Kosten der ETCs unterstützen unterschiedliche Anlagestrategien. 2008 verzeichneten die Produkte daher hohe Mittelzuflüsse auf mehr als sieben Milliarden Euro.

Hector McNeil ist Head of Sales & Marketing bei ETF Securities.

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