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Vergütung aktuell Gehälter in der osteuropäischen IT-Branche steigen

16.04.2006 ·  Immer mehr Unternehmen verlagern ihre IT-Sparte von Deutschland in Länder, in denen die Löhne niedriger sind. Von dieser Entwicklung profitieren die Osteuropäer. Denn die Gehälter in dieser Branche steigen.

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Immer mehr Unternehmen verlagern ihre Informationstechnik-Sparte von Deutschland in Länder, in denen die Löhne niedriger sind. Von dieser Entwicklung profitieren die osteuropäischen Länder. Besonders Fachkräfte mit guten Deutsch- und Englischkenntnissen sind gefragt. Die Folge: Die Gehälter von Mitarbeitern in dieser Branche steigen. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Hay Group hervor.

Sie hat Gehaltsinformationen von jeweils 5.000 Mitarbeitern in der IT-Branche in Polen, Tschechien, Ungarn, der Slowakei und Rumänien ausgewertet. „Im Vergleich zu den Gehältern, die in anderen Berufen gezahlt werden, ist die Vergütung in der IT-Branche überdurchschnittlich“, sagt Hay-Vergütungsexperte Axel Fritsch.

Höchste Löhne innerhalb Osteuropas in Polen

So verdient ein Techniker in Polen im Durchschnitt 14.000 Euro im Jahr. „Für deutsche Arbeitgeber ist es interessant, Bereiche der Informationstechnik auszulagern. Denn ein Techniker in Polen verdient im Durchschnitt nur ein Drittel dessen, was sein deutscher Kollege verlangen würde“, sagt Fritsch. Dabei ist Polen noch das Land mit den höchsten Löhnen innerhalb Osteuropas. Ein ungarischer Techniker verdient im Durchschnitt 13.000 Euro im Jahr, sein rumänischer Kollege nur 8.000 Euro. Ein Administrator mit einer Berufserfahrung zwischen drei und fünf Jahren bekommt in den osteuropäischen Ländern im Durchschnitt zwischen 11.000 Euro und 20.000 Euro im Jahr.

„Selbst die 20.000 Euro, die in Polen gezahlt werden, sind nur ein gutes Drittel von dem Gehalt, das ein Administrator mit einer vergleichbaren Verantwortung in Deutschland erhält“, sagt Fritsch. Wer in einem osteuropäischen Land in einem IT-Unternehmen zum Teamleiter aufgestiegen ist, kann im Jahr im Durchschnitt zwischen 17.000 und 33.000 Euro mit nach Hause nehmen. „Die höchsten Gehälter werden auch auf dieser Stufe in Polen gezahlt, die niedrigsten in der Slowakei“, sagt Fritsch. Ein polnischer Administrator verdient knapp die Hälfte seines Kollegen in Deutschland.

Vorteil der gleichen Zeitzonen

Der Leiter der IT-Abteilung in einem Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, der über acht bis zehn Jahre Berufserfahrung verfügt, erhält in den osteuropäischen Ländern zwischen 26.000 Euro und 54.000 Euro. Die höchsten Vergütungen werden dabei in Polen, die niedrigsten in der Slowakei gezahlt.

Im Vergleich zu Deutschland sind diese Gehälter immer noch gering. So verdient ein Leiter der IT-Abteilung in einem deutschen Unternehmen gut 40 Prozent mehr als sein Pendant in Polen. Aber auch geographische Aspekte sprechen für eine Verlagerung der Sparte nach Osteuropa. „Nahezu gleiche Zeitzonen ermöglichen das Telefonieren während der Kernarbeitszeiten. Die geringen Flugdistanzen erlauben bei Bedarf persönliche Zusammenkünfte“, sagt Fritsch. Dennoch gebe es auch Nachteile: Die Qualität des Services könne leiden, Kontrollmöglichkeiten seien beschränkt. Außerdem könne das Unternehmen nicht mehr so flexibel wie vorher agieren.

Quelle: keli. / F.A.Z., 15.04.2006, Nr. 89 / Seite 55
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