02.06.2008 · Mercedes-Benz frischt seine A- und B-Klasse auf: Neben stilistischen Veränderungen gibt es auch einen aktiven Parkassistenten, der den Wagen in Parklücken rangiert. Auch das grüne Gewissen wird bedient: Die CO2-Emissionen bewegen sich unterhalb der selbstauferlegten Grenze.
Von Michael KirchbergerMercedes-Benz verkündet vollmundig eine erhebliche Reduzierung des Flottenverbrauchs: Von 1990 bis 2007 sei dieser um beeindruckende 32 Prozent gesunken, heißt es. Maßgeblich an dieser erfreulichen Entwicklung ist eine Modellreihe beteiligt, mit der die Stern-Marke im Jahr 1997 Neuland betreten hatte. Damals debütierte die A-Klasse, ein Kompaktwagen, der für Mercedes-Benz ein neues Marktsegment öffnete. Und sein verglichen mit den bisherigen Modellen geringerer Verbrauch hat die Konsumbilanz der Stuttgarter Flotte deutlich nach unten gedrückt. Die zweite Generation der Baureihe, seit 2004 auf dem Markt, bekommt nun nochmals bessere Verbrauchsmanieren und eine ganze Reihe komfortsteigernder Extras auf ihren Weg in den zweiten Lebensabschnitt.
Neben stilistischer Auffrischung gibt es eine Start-Stopp-Automatik, allerdings nur für zwei Motorversionen. In beiden Serien der A- und B-Klasse wird sie für die Versionen 150 und 170 angeboten. Der Einstiegspreis für den zweitürigen A-Mercedes-Benz liegt bei 19.069 Euro, der Viertürer ist rund 1300 Euro teurer. Die günstigste B-Klasse, grundsätzlich mit vier Türen, ist für 19.700 Euro zu haben.
Nur Gas geben und bremsen muss der Fahrer
Jörg Prigl, Entwicklungsleiter beider Modell-Reihen, umreißt den Schwerpunkt der Auffrischung: „Wir haben uns vor allem auf die Optimierung des Antriebsstrangs konzentriert, um den gestiegenen Kundenerwartungen an Verbrauch und Abgasverhalten entgegenzukommen.“ Die optische Überarbeitung hingegen beschränkt sich auf die „weichen“ Karosserieteile, ist aber dennoch auffällig. Geändert wurden die Formen der Stoßfänger, der Scheinwerfer und des Kühlergrills; neue Außenspiegel, Räder und Radkappen machen die Seitenansicht pfiffiger, und am Heck fallen geänderte Rückleuchten sowie eine verbesserte Griffleiste der Kofferraumklappe auf. Bei der B-Klasse des neuen Jahrgangs sorgen die umgestaltete Motorhaube und ein aktualisierter Kühlergrill für eine breitere Optik.
Für diese Modellreihe bietet Mercedes-Benz künftig den aktiven Parkassistenten an, der die Größe der Parklücke beim langsamen Vorbeifahren ermittelt und bei ausreichender Länge den Wagen automatisch hineinrangiert. Nur Gas geben und bremsen muss der Fahrer, alles andere übernimmt die Elektronik. Knapp 800 Euro Aufpreis kostet die hilfreiche Unterstützung.
Neun Prozent Treibstoffersparnis
In beiden Baureihen gibt es wie erwähnt die neue Start-Stopp-Automatik für die Typen 150 und 170 (70/85 kW; 95/116 PS). „Wir haben uns für eine erweiterte Lösung entschieden, die im Vergleich zum Wettbewerb längere Standzeiten des Motors ermöglicht“, sagt Jörg Prigl. Schon beim Ausrollen vor der Kreuzung schaltet die Elektronik nach dem Auskuppeln den Motor ab. Der nächste Tritt aufs Pedal startet ihn wieder, in Bruchteilen einer Sekunde ist die Maschine präsent, die flinke Wiederbelebung ermöglicht der Einsatz einer Starter-Generator-Einheit, die auch dem nervigen Anlasser-Geräusch ein Ende bereitet.
Neun Prozent Treibstoffersparnis verspricht Mercedes-Benz dank der Start-Stopp-Technik, beim A150/170 sinkt der Normverbrauch um 0,4 auf 5,8 und um 0,5 auf 6,1 Liter. Im Herbst ist eine Automatik lieferbar, im kommenden Jahr soll die Start-Stopp-Automatik in weiteren Versionen der A- und B-Klasse, vor allem auch für die Dieselversionen zu haben sein. In der B-Klasse debütiert der bivalente Erdgas-Benzinmotor. Das 85 kW (116 PS) starke Vierzylinder-Triebwerk kann sich als Marathon-Meister brüsten. Mit 16 Kilogramm Erdgas, das ohne Einschränkung der Kofferraumkapazität in drei Tanks unter dem Wagenboden gespeichert ist, kommt der 1470 Kilogramm schwere Viertürer gut 300 Kilometer weit.
CO2-Emissionen von 135 Gramm
Das Tankvolumen für Benzin liegt bei 54 Litern, der Normverbrauch von 7,5 Litern für 100 Kilometer führt zu einer Reichweite bei kombiniertem Betrieb von mehr als 1000 Kilometern. Die CO2-Emissionen bewegen sich im Gas-Modus mit 135 Gramm unterhalb der selbstauferlegten Grenze der Autohersteller von 140 g/km. Die Leistung des Motors bleibt in beiden Betriebsarten konstant, eine elektronische Steuerung regelt das höhere Potential im Benzinmodus ab, um ein gleichmäßiges Fahrgefühl zu erzeugen. Vor Fahrtantritt kann der Chauffeur über die Multifunktionstasten am Lenkrad die Art der Energie wählen, geht der jeweilige Vorrat zur Neige, schaltet das System automatisch und ruckfrei um. Der Preis des B 170 NGT liegt bei 28.798 Euro, nach rund 17.000 Kilometer Fahrtstrecke haben sich die verglichen mit dem gleichstarken Benziner höheren Kosten amortisiert, sagt Mercedes-Benz.
1,7 Millionen Fahrzeuge der A-Klasse haben seit ihrer Markteinführung 1997 einen Besitzer gefunden. Die zweite Generation ist daran mit rund 600.000 Einheiten beteiligt. Für die B-Klasse, die 2005 an den Start gegangen ist, konnten sich bislang 360.000 Kunden erwärmen. Und das Interesse steigt, wie Chefentwickler Prigl erfreut anführt. Im April konnte Mercedes-Benz 23.800 Fahrzeuge beider Baureihen verkaufen, das entspricht gegenüber dem Vorjahresmonat einem Zuwachs von 18 Prozent.
Nicht korrekt
Ronald Gruenebaum (bruxman)
- 02.06.2008, 14:17 Uhr