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iPad Das etwas andere Office

14.06.2010 ·  Schreiben und Rechnen auf dem iPad geht auch ohne Pages und Numbers: Office 2 HD hat ein Textverarbeitungs- und ein Tabellenkalkulationsprogramm und bietet damit geschickte Datensynchronisation mit PC oder Mac - was mit Apples eigenen Programmen bisher sehr umständlich war.

Von Michael Spehr
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Wer sein frisch erworbenes iPad unterwegs zum Arbeiten mit Texten, Tabellen und Präsentationen einsetzen will, stößt wahrscheinlich als Erstes auf die Zusatzprogramme (“Apps“) von Apple: Pages, Numbers und Keynote aus der iWork-Familie stehen für jeweils acht Euro im Online-Laden. Sieht man von den Einschränkungen durch die rein virtuelle Tastatur und eine auf den Fingerwisch ausgerichtete Bedienung einmal ab, sind die drei Programme wunderbar gemacht. Lästig ist hingegen der Datenaustausch mit dem Windows-PC oder Mac: Die Textverarbeitung Pages kann in den Formaten Microsoft-DOC und PDF speichern, Numbers außer im eigenen Format lediglich als PDF. Ferner muss man, da das iPad kein dem Anwender zugängliches Dateisystem hat, seine Dokumente via Kabel und iTunes auf den Rechner kopieren, nötigenfalls geht auch der Umweg über einen E-Mail-Versand. Das alles ist kompliziert und zeitraubend, und wenn ständig an Dutzenden von Dokumenten gearbeitet wird, geht der Überblick verloren.

Wir suchten eine einfachere Möglichkeit und entdeckten Office 2 HD für das iPad, das sechs Euro kostet und zwei Programme mitbringt: eine Textverarbeitung und eine Tabellenkalkulation. Zugegeben: Beide reichen nicht ansatzweise an den Komfort, die Ausstattung und die hübsche Optik der Apple-Pendants heran. Was man auf dem Bildschirm sieht, ist schlicht gehalten - aber funktional.

Vom Cloud-Speicher aufs iPad kopieren

Der Pluspunkt von Office 2 HD ist vielmehr die geschickte Datensynchronisation mit PC oder Mac. Zum einen lässt sich über Wireless-Lan auf die von Office 2 HD verwalteten Dateien zugreifen. Im Datei-Explorer gibt man einfach eine http-Adresse ein, schon kann man seine Dokumente zwischen beiden Geräten drahtlos kopieren. Zum anderen erlaubt die Software die Synchronisation mit jenen Dateien, die man in der „Cloud“ des Internets vorhält. Wer mit verschiedenen PCs arbeitet und deswegen seine Inhalte beispielsweise in der sehr empfehlenswerten Dropbox vorhält, kann auf diese Weise am iPad genau dort weiterarbeiten, wo er zuletzt aufgehört hat. Unterstützt werden derzeit neben der Dropbox auch Google Docs, die iDisk und Mobile Me von Apple, My Disk, icloud, box.net sowie WebDAV-Speicher, wie ihn etwa T-Online und GMX anbieten. Der jeweilige Dienst muss nur einmal eingerichtet werden und steht anschließend wie ein Laufwerk zur Verfügung. Man kann Ordner anlegen, vom Cloud-Speicher aufs iPad kopieren - oder direkt auf dem externen Speicher arbeiten. Das alles funktionierte bei uns reibungslos - nur wurden bei Google Docs ältere Dokumente auf dem iPad nicht angezeigt.

Ferner erlaubt es Office 2 HD, jene Word- und Excel-Dokumente lokal auf dem iPad zur Ansicht oder Bearbeitung zu sichern, die an E-Mails angehängt sind, eine Funktion, die wir bis dahin sehr vermisst hatten. Alles in allem also eine schöne Alternative zu Pages und Numbers. An der Optik und Bedienung müsste der Hersteller noch arbeiten. So kann man selbst in umfangreichen Verzeichnissen nicht die Sortierreihenfolge ändern, und bisweilen liegt die auf dem Bildschirm eingeblendete virtuelle Tastatur über einer Menüschaltfläche. Wer mit Excel am iPad ordentlich arbeiten will, sollte ferner über die Anschaffung einer realen Tastatur nachdenken.

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Jahrgang 1964, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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