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Steuerfahndung „Steuer-CD bringt zusätzlich 2,5 Milliarden“

Seit dem ersten Erwerb gestohlener Daten von der Credit Suisse im Jahr 2010 hat der deutsche Fiskus mehrere Datensammlungen gekauft. Allein in diesem Jahr haben Steuerfahnder aus Nordrhein-Westfalen drei Sammlungen erworben

Steuerfahnder aus Nordrhein-Westfalen haben in diesem Jahr drei Datensammlungen von Schweizer Banken erworben und dafür 3,5 Millionen Euro gezahlt. Das Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ in Zürich nennt in seiner jüngsten Ausgabe die UBS als „dicksten Fisch“ und darüber hinaus die Bank Coutts, eine Tochtergesellschaft der Royal Bank of Scotland, sowie einen Schweizer Zweig des Vermögensverwalters Bank of America Merrill Lynch. Insgesamt listet „Bilanz“ fünf verschiedene Käufe auf seit dem ersten Erwerb gestohlener Daten 2010 von der Credit Suisse. Sechste Adresse auf der Liste ist die britische HSBC in Luxemburg. Finanzminister Norbert Walter-Borjans sagte in Düsseldorf dem „Handelsblatt“, Bund und Länder hätten für fünf CDs 10 Millionen Euro ausgegeben. Nach Steuern seien 8,9 Millionen Euro ausgezahlt worden. Das Volumen der Steuernachzahlungen aus den fünf Datenträgern bezifferte er auf bundesweit 500 Millionen und inklusive der Selbstanzeigen auf mehr als 2,5 Milliarden Euro. Der Minister stellte sich am Freitagabend im Schweizer Fernsehen seinen Kritikern. Laut „Bilanz“ umfasst die UBS-Sammlung mehr als 1000 Namen mit teilweise hohen Vermögen. Weiter wird über Verdachtsmomente gegen die UBS-Tochtergesellschaft Corpboard Ltd. auf den Britischen Jungferninseln berichtet. Für die Dienste der Corpboard habe die Bank in ihren Filialen in Singapur und Hongkong geworben.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 24.08.2012, 16:30 Uhr