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"Das ist nicht mehr erträglich" Heldt setzt Babbel unter Druck

22.11.2009 ·  Stuttgart weiter sieglos / Die Hertha hofft nach dem 1:1

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STUTTGART. Es ist immer der Tisch am linken Flügel, an den sich der ehemalige Profi Horst Heldt im Pressekonferenzraum vorkämpft, um die Statements der Trainer zu hören. Von dort kann er in ihren Gesichtern ablesen, ob sie das wirklich meinen, was sie sagen. Wenn die Trainer nichts mehr zu sagen haben und Fragen ausbleiben, werden die Aussagen des schwäbischen Vorstands Sport unter die Lupe genommen. Nach dem 1:1 gegen Hertha BSC, den Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga, drängte sich ein neuer Eindruck auf. Jedenfalls kam Heldt der zuvor übliche Treueschwur für Teamchef Markus Babbel nicht ohne Zögern über die Lippen. "Ich denke nicht", sagte Heldt auf die Frage nach einer Trainerdiskussion und befand sich mittendrin, wobei die Debatte um Babbels Zukunft als Neuauflage der Debatte gilt, die vor vier Wochen geführt wurde. Damals wollte man Babbel weitere Chancen zugestehen, das Ruder herumzureißen. Inzwischen aber rutscht der VfB ohne Siege tiefer in die Abstiegszone, was im Klub die Ungeduld weiter wachsen lässt. "Wir brauchen Siege", wiederholte Heldt. Sein Zusatz, "das ist nicht mehr erträglich", wird als eine Art letzte Warnung an den glücklosen Mann auf der Stuttgarter Bank gewertet, der am Dienstag in der Champions League der nächsten Prüfung ausgesetzt ist. Der VfB spielt bei den Glasgow Rangers um die letzte Chance in der "Königsklasse".

Gegen defensive Berliner fiel die Stuttgarter Leistungskurve rasch Richtung mut- und leidenschaftslos ab. Das Resultat, das Abrutschen auf Relegationsplatz 16, nannte Heldt betont deutlich "unerträglich". Was für die Schwaben schwer zu begreifen und zu akzeptieren scheint, nämlich sich als Abstiegskämpfer zu betrachten, ist für den Berliner Trainer Friedhelm Funkel Alltag. Platz 16 erschiene Funkel derzeit wie ein Ort, auf dem es sich zur Not prächtig überwintern ließe.

Trotzdem schwang auch in Funkels Aussagen leichte Unzufriedenheit mit. Hertha hatte zwar 490 Minuten lang kein Tor mehr geschossen und dann mit der ersten Chance in der Mercedes-Benz-Arena vor 39 000 Zuschauern (49. Minute) durch Adrian Ramos das 1:0 erzielt. Aber, sagte Funkel, "wir haben die große Chance zum 2:0 ausgelassen", als Ramos zu lange zögerte und "die falsche Entscheidung traf". Dennoch sah er einen Schritt zur Stabilisierung getan. Der Punkt wurde von den Berlinern als Lebenszeichen gewertet, die extrem defensive Taktik als unausweichliches Mittel verteidigt. "Es ist ärgerlich, wir hätten mehr daraus machen können", sagte Maximilian Nicu und gab ein Zukunftsmotto aus, das nur einer in der Liga haben kann: "Wir schauen nach vorne, nach hinten geht's ja eh nicht mehr." Aber auch in Berlin werden Spiele ohne Siege irgendwann zum Problem, weshalb Funkel die Anweisung gab, man müsse nun am kommenden Spieltag seinen ehemaligen Klub Eintracht Frankfurt schlagen.

Dass die Stuttgarter nicht völlig in Frust und Ratlosigkeit versanken, lag an Zdravko Kuzmanovic, der in der 82. Minute, kurz nachdem Ramos das 2:0 augelassen hatte, zum 1:1 traf. Der Serbe sah vier Minuten später nach einer harten Entscheidung von Schiedsrichter Peter Gagelmann Gelb-Rot, was zur trostlosen Lage des VfB passt. Dort muss Babbel nun schnell nachweisen, dass er neben seiner zur Schau getragenen kämpferischen Attitüde auch Siege erringen kann. "Ich habe erst nach dem 0:1 eine verunsicherte Mannschaft gesehen", sagte er. Lange wird das nicht mehr reichen. Oliver Trust

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