14.01.2010 · Spätestens seit dem Luftangriff in deutschem Auftrag sollte allen klar sein, dass der Afghanistan-Einsatz kein Entwicklungshilfeprojekt ist. Umso unverständlicher das Schweigen der Kirchen bisher dazu.
Spätestens seit dem Luftangriff in deutschem Auftrag sollte allen klar sein, dass der Afghanistan-Einsatz kein Entwicklungshilfeprojekt ist. Umso unverständlicher das Schweigen der Kirchen bisher dazu. Und umso empörender, wie jetzt Bischöfin Käßmann verbal in die Zange genommen wird. Das ist kein Eheberatungsgerede, wie Ihr Autor (F.A.Z. vom 6. Januar) unterstellt. Es wird vielmehr höchste Zeit, dass die Kirchen Position gegen die Spirale des Tötens beziehen. Auch immer mehr deutsche Soldaten werden den Guerrillakrieg der Taliban nicht beenden. Der Einsatz in dieser Form ist gescheitert. Je eher das eingestanden wird, umso weniger tote Soldaten und zivile Opfer. Stattdessen sollte mehr aus dem Vorgehen im Irak gelernt werden, wo die Amerikaner mit einheimischen Gruppen/Clans sicherheitspolitisch zusammenarbeiten. Ohne strategische Phantasie wären die dortigen Erfolge nicht möglich gewesen.
Dr. Frank Ternow, Mettmann