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In der noch nicht erlösten Welt

12.01.2010 ·  Zum Artikel "Käßmann will das Militär schon lange überflüssig machen" (F.A.Z. vom 5. Januar): "Das Militär schon lange überflüssig machen" - das heißt, den Frieden im Garten Eden erleben - das wollen wir vermutlich alle; denn es gibt niemals einen "gerechten Krieg".

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Zum Artikel "Käßmann will das Militär schon lange überflüssig machen" (F.A.Z. vom 5. Januar): "Das Militär schon lange überflüssig machen" - das heißt, den Frieden im Garten Eden erleben - das wollen wir vermutlich alle; denn es gibt niemals einen "gerechten Krieg". Da wir aber "jenseits von Eden" leben, gehört es nach Artikel 16 des für die evangelische Kirche fundamentalen Augsburgischen Bekenntnisses von 1530 zu den durch Gottes Mandat gesetzten Rechten und Pflichten des Staates, "Kriege um gemeinen Friedens willen zu führen". Das hieß damals: Anwendung militärischer Gewalt "nach kaiserlichen und anderen üblichen Rechten". Wir haben heute andere gesetzliche Normen zur Bändigung staatlicher Gewalt - vom Grundgesetz bis zur Charta der Vereinten Nationen. Es gilt auch Artikel 5 der Barmer Theologischen Erklärung von 1934 - des anderen verbindlichen Bekenntnisses der evangelischen Kirche: ". . . Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Ordnung die Aufgabe hat, in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen . . ." Die Forderung von "Phantasie und Strategien für den Frieden" ist redlich nur erfüllbar, wenn diese in den evangelischen Bekenntnissen gesetzten Eckpunkte mitberücksichtigt werden. Ich vermute, dass die verehrte Frau Landesbischöfin Käßmann dem zustimmen kann.

Klaus-Peter Schmid, Dekan i. R., Augsburg, Oberammergau

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