29.06.2006 · him. MÜNCHEN, 29. Juni. Siemens wird für den angekündigten Abbau von rund 1200 Arbeitsplätzen in der renditeschwachen Sparte Kommunikationstechnik (Com) auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite ...
him. MÜNCHEN, 29. Juni. Siemens wird für den angekündigten Abbau von rund 1200 Arbeitsplätzen in der renditeschwachen Sparte Kommunikationstechnik (Com) auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite vereinbarten nach etwa drei Wochen Verhandlungen einen Interessenausgleich. Er setzt sich aus mehreren Elementen wie Versetzungen und Abfindungen zusammen. Entlassungen zu vermeiden war, wie berichtet, von Anfang an das Ziel der Unternehmensleitung und des Betriebsrats gewesen.
Eine Sprecherin von Com bestätigte jetzt frühere Angaben des Betriebsrats, daß etwa 200 bis 300 Stellen in anderen Sparten des größten europäischen Elektro- und Elektronikkonzerns wie der Medizintechnik und der Automatisierungs- und Antriebstechnik für einen Wechsel angeboten würden (F.A.Z. vom 1. Juni). Zudem können von dem Stellenabbau betroffene Mitarbeiter von Com in eine Auffanggesellschaft, eine sogenannte betriebsorganisatorisch eigenständige Einheit, wechseln und dort bis zu zwei Jahre bleiben. Ziel ist auch dort die Vermittlung eines neuen Arbeitsplatzes im oder außerhalb des Siemens-Konzerns, wie die Sprecherin berichtete. Angeboten würden zudem neue Aufgaben innerhalb der Com-Sparte, Altersteilzeit- sowie Aufhebungsverträge. Die rund 1200 Stellen werden überwiegend in München wegfallen, 30 bis 40 Plätze sind es in Witten bei Dortmund. Über den geplanten Stellenabbau im Ausland seien noch keine Entscheidungen gefallen, sagte die Sprecherin von Siemens.
In Deutschland hat Com in der ersten Hälfte des aktuellen Geschäftsjahres (30. September) bereits 1500 der zuvor rund 22000 Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen. Ende April hatte Siemens-Vorstandsvorsitzender Klaus Kleinfeld den zusätzlichen Abbau angekündigt.
Noch mehr Stellen werden gestrichen, wenn Nokia und Siemens spätestens zum Jahresbeginn 2007 ihr Infrastrukturgeschäft für Fest- und Mobilfunknetze in ihrem geplanten Gemeinschaftsunternehmen bündeln. 6000 bis 9000 der rund 60000 Arbeitsplätze werden wegfallen, wie die Konzerne bereits angekündigt haben. Von Siemens Com sollen rund 37000 der insgesamt mehr als 50000 Mitarbeiter in das Gemeinschaftsunternehmen wechseln. Über Einzelheiten des Stellenabbaus werde erst nach der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens verhandelt, sagte die Sprecherin von Com.