Home
http://www.faz.net/-1v0-74zx5
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Schwieriger Schuldenrückkauf in Griechenland

Athen muss für Anleihen offenbar mehr als erwartet zahlen

wmu. BRÜSSEL, 11. Dezember. Griechenland kann seinen Schuldenstand durch den Rückkauf eigener Staatsanleihen voraussichtlich etwas weniger stark senken als geplant. Der Grund ist offenbar, dass die griechische Regierung den Käufern bessere Angebote gemacht hat als von den Euro-Finanzministern ursprünglich vorgegeben. Athen habe bei dem Schuldenrückkauf zwar Anleihen im Nennwert von 31,8 Milliarden Euro statt der angepeilten 30 Milliarden angedient bekommen, hieß es am Dienstag in Brüssel. Anders als von der Eurogruppe ursprünglich vorgeschlagen, habe die Regierung aber dafür mehr bieten müssen als den Schlusskurs der Anleihen vom 23. November, der durchschnittlich 28,5 Prozent des ursprünglichen Werts betragen hatte.

Die Athener Angebote lagen zwischen 30,2 und 40,1 Prozent des ursprünglichen Werts. Das teilte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Steffen Kampeter (CDU), auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Priska Hinz mit. Der für die Anleihen zu zahlende Durchschnittspreis habe 33,5 Cent pro Euro Nennwert betragen. Mit dem höheren Angebot verstößt die griechische Regierung nicht direkt gegen das Konzept der Eurogruppe zur Schließung der Finanzierungslücke im griechischen Hilfsprogramm. Dort war der Schlusskurs vom 23. November am Ende nicht mehr verbindlich, sondern nur noch als Orientierungsgröße aufgetaucht.

Die Finanzminister des Euroraums ließen sich am Dienstagabend vom griechischen Finanzminister Yannis Stournaras in einer Telefonkonferenz über die Ergebnisse des Rückkaufprogramms unterrichten. Eine Entscheidung über die Freigabe weiterer Kredite an Athen soll erst am Donnerstag in einer Sondersitzung in Brüssel fallen. Offen blieb zunächst, ob sich angesichts des voraussichtlich geringeren Schuldenabbaus die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) zwingend geforderte Tragfähigkeit der griechischen Staatsschuld erreichen lässt. In der Eurogruppe wurde Zuversicht verbreitet, dass sich die Lücke noch schließen lasse.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben