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Wildpferde kommen im Spätsommer

04.05.2009 ·  Europaweites Vergabeverfahren für ehemalige Hanauer Kasernen beginnt

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lu. HANAU. Noch im Mai soll für das Kasernengelände New Argonner Housing im Hanauer Stadtteil Wolfgang das europaweite Vergabeverfahren für die künftige Bebauung auf den Weg gebracht werden. Das beschloss der gemeinsame Lenkungsausschuss der Stadt Hanau und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) in seiner dritten Sitzung. Interessierte Investoren sollen nach den Vorstellungen der beiden Partner ein Entwicklungskonzept vorlegen, das außer hochwertigem Wohnraum auch die Umnutzung der dortigen Middle School durch eine Privatschule und die Nutzung der Sportanlagen durch einen lokalen Turnverein vorsehen soll. Die Paul-Gerhard-Schule und die Turngemeinde Hanau haben ihr Interesse daran angemeldet.

Die New Argonner Housing mit ihren rund 300 Wohnungen in Mehrgeschossbauten sowie mehreren Reihenhäusern, die gegenüberliegende Old-Argonner-Kaserne sowie die Großauheim-Kaserne zählen zu den rund 340 Hektar Fläche, die von der amerikanischen Armee im vergangenen Herbst geräumt und an die Bundesrepublik zurückgegeben wurden. Für die beiden letzteren Kasernen sollen die Verfahren in diesem Jahr eingeleitet werden. Sämtliche Areale befinden sich im Besitz der Bima, die Stadt Hanau verfügt über das Planungsrecht. Der gemeinsame Lenkungsausschuss soll den Konversionsprozess voranbringen und mögliche Konfliktpunkte frühzeitig ausräumen. Ihm gehören außer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) und Stadtrat Ralf-Rainer Piesold (FDP) unter anderen Bima-Vorstandsmitglied Axel Kunze sowie Vertreter der Hessen-Agentur an.

Einig war man sich nach Angaben der Stadt in dem Gremium auch darüber, dass im Spätsommer die ersten Wildpferde auf dem ehemaligen Militär-Übungsplatz Campo Pond angesiedelt werden. Im Rahmen dieses Natur- und Artenschutzprojektes sollen auf dem geschützten FFH-Areal (Fauna-Flora-Habitat) mit See, Waldflächen und seltenen Sanddünen die aus der mongolischen Steppe stammenden Przewalski-Wildpferde gezüchtet werden. Die Tiere waren in freier Natur ausgestorben und wurden nur über Nachzuchtprojekte in Zoos und Tierparks erhalten. Drei Gruppen sollen aus einem Nachzuchtprojekt in Tennenlohe nach Hanau kommen. Für die Finanzierung der vorbereitenden Arbeiten wie des Baus des Koppelzauns wurde ein Ökokonto für die Sparte Bundesforst der Bima eröffnet.

Die Bima hat im Frühjahr die Yorkhof-Kaserne und die Cardwell-Wohnhäuser im Stadtteil Lamboy auf den Markt gebracht. Auf dem Gelände der Hutier-Kaserne hat vor kurzem der Bau des Gefahrenabwehrzentrums mit der neuen Hauptfeuerwehrwache für Hanau begonnen. Außerdem laufen die Vorarbeiten für das geplante Konversionszentrum von Stadt und Bima, wo Investorenanfragen geprüft und Gutachten erstellt werden sollen.

Im weiteren Verlauf des jüngsten Treffens besprachen den städtischen Angaben zufolge die Vertreter von Bima und Stadt den Stand der Umwelt-Fachgutachten zu Themen wie Lärm und Altlasten. Für die Wolfgang-Kaserne werden die Ergebnisse der Voruntersuchungen in diesem Sommer erwartet. Der Bau der neuen Zufahrt zum Industriepark soll im Herbst dieses Jahres beginnen.

Für die ehemaligen Militär-Wohnanlagen neben der Pioneer-Kaserne (Sportsfield und Pioneer Housing) stehen Untersuchungen zu Erschließung sowie Umweltfragen und landschaftspflegerischen Aspekten an. Für die Liegenschaften in Großauheim will man die Voraussetzungen für eine baldige Nutzung schaffen, indem Fragen rund um die Erschließung sowie die Ver- und Entsorgung geklärt werden, heißt es aus dem Rathaus. Eine gemeinsame Website von Bima und Stadt im Internet zur Vermarktung der Flächen und ein gemeinsamer Auftritt im Oktober bei der Expo Real in München sollen den Konversionsprozess ebenfalls fördern.

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