22.12.2009 · Jenseits der Eintracht: In Augsburg glänzt der Angreifer
FRANKFURT (sid). Mit 33 Jahren hat Michael Thurk das beste Alter für einen Fußballprofi hinter sich - und trotzdem ist der Stürmer aus dem Gallus in Frankfurt in der Form seines Lebens. Am Montag erzielte er beim 4:1 seines FC Augsburg gegen Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern in seinem 17. Saisonspiel seinen 15. Treffer und kam damit seinem größten Ziel wieder ein bisschen näher. "Die Bundesliga bleibt mein Traum, am liebsten mit dem FCA", sagt der frühere Profi von Eintracht Frankfurt und Mainz 05.
Thurks Traum lebt, vor allem dank seiner Treffsicherheit. Mit links, mit rechts und mit dem Kopf - seine Tore sicherten Augsburg elf der nach der Hinserie 28 Punkte. Ohne ihn lägen die Schwaben auf Platz 15, mit ihm haben sie bei nur zwei Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz drei noch alle Chancen auf den ersten Aufstieg in die Eliteklasse. Grund genug für Thurk, seinen Vertrag zu verlängern. Als Augsburg am Montag in der neuen Arena die Verlängerung von Thurks Vertrag bis 2012 bekanntgab, brandete unter den 23 000 Zuschauern spontan Jubel auf. Und auch die Verantwortlichen zeigten sich hoch erfreut. "Schön, dass er sich für uns entschieden hat. Er setzt damit ein klares Zeichen", sagte Manager Andreas Rettig. Trainer Jos Luhukay meinte: "Micha spielt eine phantastische Saison. Zurzeit ist er einfach fabulös und eminent wichtig für uns."
Bereits in der vergangenen Spielzeit hatte Thurk mit 14 Toren großen Anteil daran, dass Augsburg den Klassenverbleib schaffte. Diese Trefferzahl bedeutete für ihn eine persönliche Bestmarke. Die hat er nun nach nur 17 Spielen schon übertroffen. "Meine Familie und ich fühlen uns hier richtig wohl. Deswegen läuft es so gut", sagt er. "Außerdem fühle ich mich nicht wie 33, eher wie 25." Mit der Bundesliga hat Thurk gewissermaßen noch eine Rechnung offen. Zwar hat er dort mit Mainz eineinhalb schöne Jahre mit 18 Treffern in 45 Spielen erlebt. Mit seiner "Jugendliebe" Eintracht Frankfurt aber wurde er dort nicht glücklich. Nach zwei Spielzeiten mit nur vier Toren in 36 Spielen flüchtete der gebürtige Frankfurter zum FC Augsburg, wo er nun im reifen Fußballer-Alter sein Glück fand.
"Die Eintracht habe ich abgehakt, da passte es einfach nicht", sagt Thurk. Dort musste er häufig auf der linken Seite spielen, in Augsburg steht er im Sturmzentrum. "Ich muss in der Nähe des Tores sein", sagt er - wissend, dass er so auch dem Ziel Bundesliga näher kommt. "Das muss in dieser Saison noch nicht zwingend klappen. Aber auf längere Sicht wird hier sicher Bundesliga gespielt", sagt er. Er selbst will dann natürlich dabei sein. An das Ende seiner Karriere denkt er auch mit 33 noch lange nicht: "Ich möchte so lange Fußball spielen, wie mich meine Füße tragen."