14.08.2009 · Übernahme bei Kartellamt angemeldet / Bieterverfahren
thwi. FRANKFURT. Die Drogeriekette Schlecker plant die Übernahme von 71 Filialen der insolventen Frankfurter Billigkaufhauskette DWW Woolworth Deutschland. Sprecher von Schlecker und des Bundeskartellamts bestätigten auf Anfrage entsprechende Berichte von Nachrichtenagenturen. Das Bundeskartellamt hatte zuvor auf seiner Internetseite über die Absicht der baden-württembergischen Kette berichtet.
"Wenn solch eine Anmeldung bei uns vorliegt, dann ist die Übernahme konkret geplant", erläuterte ein Sprecher der in Bonn ansässigen Behörde. Laut Internetseite des Kartellamts hat Schlecker die Kaufabsicht am 10. August mitgeteilt. Die Behörde hat nun einen Monat Zeit, um zu prüfen, ob wettbewerbsrechtliche Bedenken gegen die Übernahme vorliegen. Falls ja, geht die Sache ins Hauptprüfverfahren, das drei Monate dauern kann, wie die Sprecherin sagte.
Für welche Filialen in der Rhein-Main-Region sich Schlecker im Einzelnen interessiert, behält die Kette einstweilen für sich. "Die Gespräche mit dem Insolvenzverwalter laufen, Näheres werden wir zu gegebener Zeit mitteilen", antwortete Schlecker per E-Mail auf die entsprechende Anfrage.
Der Sprecher von Insolvenzverwalter Ottmar Hermann wollte die Übernahmeabsicht von Schlecker weder bestätigen noch dementieren. Derzeit laufe das Bieterverfahren für knapp die Hälfte der Woolworth-Geschäfte. Nahezu alle namhaften deutschen Einzelhandelsketten seien daran beteiligt, bekräftigte er frühere Angaben (F.A.Z. vom Mittwoch). Hermann beabsichtige, Woolworth-Geschäfte in Paketen an Investoren zu vermitteln. Auch verfolge er das Ziel, dass die Investoren möglichst viele bisherige Woolworth-Mitarbeiter einstellten.
Wenn Schlecker die 71 Filialen übernimmt, dürfte damit das größte Laden-Paket vermittelt sein - sofern mehr als zwei Interessenten zum Zuge kommen. Denn die Deutsche Woolworth GmbH mit Sitz in Frankfurt-Niederrad soll als Nachfolgegesellschaft der insolventen Kette rund 160 der 311 Geschäfte in Deutschland übernehmen; dazu zählen unter anderem die Standorte Aschaffenburg, Bad Homburg, Bad Vilbel und in Frankfurt die Läden an der Berger Straße, der Königsteiner Straße, der Leipziger Straße und der Schweizer Straße. Das Flaggschiff an der Zeil in Frankfurt wird dagegen geschlossen: Der Standort ist zu teuer und passt nicht ins neue Konzept.