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Rockfestival und Kundgebungen Aktionsbündnis will Neonazis das Konzept verderben

04.09.2009 ·  dll. GELNHAUSEN. Der 1. November 1938 gehört zu den schwärzesten Tagen in der Geschichte Gelnhausens. An ihm erwarb sich die Barbarossastadt einen üblen Ruf, der sie bis heute verfolgt. Als erste Stadt im nationalsozialistischen ...

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dll. GELNHAUSEN. Der 1. November 1938 gehört zu den schwärzesten Tagen in der Geschichte Gelnhausens. An ihm erwarb sich die Barbarossastadt einen üblen Ruf, der sie bis heute verfolgt. Als erste Stadt im nationalsozialistischen Deutschland rühmte sich Gelnhausen einst, "endlich judenfrei" zu sein. Besonders seit den achtziger Jahren bemühen sich Politiker, Kirchen und gesellschaftliche Gruppierungen, das dunkle Kapitel der Vergangenheit aufzuarbeiten und auf vielfältige Weise zu demonstrieren, dass längst der Geist der Toleranz in der Barbarossastadt herrscht.

Dass sich die rechtsradikale NPD ausgerechnet diesen Ort, der für sie Symbolcharakter hat, ausgesucht hat, um heute einen "Großnationalen Aktionstag" zu veranstalten, hat für große Entrüstung gesorgt. Mit Kundgebungen und Rock-Konzerten vom frühen Morgen bis in den späten Abend wollen die Gelnhäuser den Rechtsextremisten und Neonazis jede Chance verwehren, sich zu entfalten und Gedankengut zu verbreiten, das an die schlimme Vergangenheit erinnert.

Da zu befürchten war, dass Flugblätter mit gesetzeswidrigen Inhalten in Gelnhausen verteilt werden könnten, hat Bürgermeister Thorsten Stolz (SPD) nicht nur den Mietvertrag für den Versammlungsort städtische Zehntscheune an der Müllerwiese aufgehoben, sondern auch die Genehmigung von Informationsständen der NPD zurückgezogen. Der NPD-Kreisverband Main-Kinzig sowie eine ihr nahestehende extremistische Gruppe "Freier-Widerstand-MKK" klagen dagegen. Zudem scheint die Partei ihre Strategie geändert zu haben. Sie hat Anträge für zusätzliche öffentliche Auftritte gestellt, "um zu zeigen, dass man das Grundgesetz nicht mit Füßen treten, die nationalen Demokraten nicht mit Genehmigungen und anschließenden Verboten hinhalten kann".

Ungeachtet des ungewissen Ausgangs juristischer Auseinandersetzungen will das vom Bürgermeister zusammengerufene Aktionsbündnis aus Vertretern aller demokratischen Parteien von der CDU bis zu den Linken, den Kirchen, Gewerkschaften, Schulen, Vereinen und weiteren Institutionen ein eindrucksvolles Festival unter dem Motto "Eine Stadt steht auf - Für mehr Toleranz und Demokratie" gestalten. Stolz rief die Bevölkerung auf, sich zu beteiligen. Landrat Erich Pipa (SPD) forderte Beteiligung aus allen Kommunen.

Rockmusik und deutliche, aber auch zum Nachdenken anregende Worte von Politikern, Gewerkschaftsleuten, Pfarrern und Vereinsvertretern sollen heute auf der Müllerwiese im Mittelpunkt des Festivals stehen. Weil die Rechten morgens um 9 Uhr mit ihren Aktivitäten starten wollen, beginnt das Rockfestival ebenfalls um 9 Uhr. Dann spielt mit den "Hound Dogs" die in der Region bekannteste Rock-'n'-Roll-Formation auf, es folgen Konzerte der Band "Krüger Rockt!", des Boogie-Pianisten Harald "Lee" Krüger. Von 12.40 Uhr an spielt die Band "Lentil Dish" auf der Bühne, um 14.20 Uhr "BrässKopp", die Abiband des Grimmelshausen-Gymnasiums. Um 16 Uhr beginnt der Auftritt von "Peilomat", die Iron-Maiden-Cover-Band "Six-SixFour" folgt um 18 Uhr, später folgt "Eqaluniqe". Außerdem ist ein Auftritt der Satire-Gruppe "Front deutscher Äpfel" geplant.

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