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Riesling als Chance

19.06.2009 ·  Kiedricher Winzer feiern 100-Jahre-Jubiläum

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obo. KIEDRICH. Mit einem vertonten Weinbergsleuchten und einem ungewöhnlich großen Fest für 350 geladene Gäste hat der Kiedricher Weinbauverein im Park des Weinguts Robert Weil sein hundertjähriges Bestehen gefeiert. Unter den Ehrengästen war auch Hessens Weinbauministerin Silke Lautenschläger (CDU), die Kiedrich und seine Winzer als "ein starkes Stück Rheingau" lobte. Die Ministerin sagte, der Weinbau sei nicht nur ein Markenzeichen des Rheingaus und wirtschaftliche Grundlage vieler Familien, sondern auch die tragende Säule des Tourismus in der Region. Sie hob zudem die lange Weinbautradition in Kiedrich hervor, die bis zurück ins Jahr 1480 urkundlich belegt sei. Die Landesregierung werde als Partner der Winzer die Entwicklung des Weinbaus fördern und begleiten.

Bürgermeister Winfried Steinmacher (SPD) überreichte dem Vorsitzenden des Weinbauvereins, Wilhelm Weil, die Kulturplakette der Gemeinde. Steinmacher, Schirmherr des Jubiläums, Nebenerwerbswinzer und aus einer der ältesten Winzerfamilien am Ort, erinnerte in seiner Festrede an die Entwicklung der Weinbergsfläche. Sie habe bis in die fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts konstant bei rund 100 Hektar gelegen, ehe der Rückgang der Landwirtschaft mit einer Expansion des Weinbaus auf mehr als 170 Hektar einhergegangen sei.

Wilhelm Weil sagte, zur Gründungszeit des Weinbauvereins seien die Weine aus dem Rheingau von höchster Reputation und noch teurer als die Gewächse aus dem Bordeaux gewesen. Eine verfehlte Weinbaupolitik und die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts hätten den Verlust der Spitzenposition in Europa gebracht, die mühsam zurückerobert werden müsse. Die Renaissance der Rebsorte Riesling gebe dafür einen Ansatzpunkt. Allerdings sei der Wettbewerb härter geworden und verlange den Winzern ein gesamtheitliches Denken und Handeln ab. Die Genossenschaften müssten weiterentwickelt werden, damit auch der Weinbau im Nebenbetrieb eine Zukunft habe.

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