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Mainova und HSE beteiligen sich an Windpark bei Berlin

01.12.2009 ·  Energieversorger setzen auf Subventionen durch Stromkunden in Millionenhöhe / Roth: Zeichen der Zeit erkannt

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mak./h.r. FRANKFURT. Die beiden wichtigsten Energieversorger in Frankfurt und Darmstadt wollen sich an Windrädern in Brandenburg beteiligen und so von den Subventionen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz profitieren. Wie die Mainova AG und die Heag Südhessische Energie AG gestern mitteilten, zeichnen sie je 12,5 Prozent an einem Windpark mit 83 Masten im Havelland, etwa 40 Kilometer von Berlin entfernt. Während die Mainova über den Kaufpreis keine Angaben machte, bezifferte der Chef der HSE, Albert Filbert, die Investitionssumme seines Hauses auf 28 Millionen Euro. Dem stehen hohe Garantieeinnahmen gegenüber, weil sich die Stromkunden über eine Umlage an dieser Art der Energieerzeugung mit Hilfe von regenerativen Energien beteiligen müssen. Die beiden Unternehmen werden daraus nach einer Überschlagsrechnung 2010 jeweils etwa 3,7 Millionen Euro einnehmen. Der Vorstandsvorsitzende der Mainova, Constantin Alsheimer, bezeichnete den Kauf der Anteile an dem brandenburgischen Windpark gestern als ertragreich.

Die Aufsichtsratsvorsitzende der Mainova, die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU), sagte, der Energieversorger erkenne mit seinem Engagement die Zeichen der Zeit. Wenn Freiburg in der Bundesrepublik die Stadt der Solarenergie sei, solle Frankfurt die Stadt der Nachhaltigkeit werden. Bei dem Windpark in Brandenburg handelt es sich nach Angaben der Mainova um den größten in Deutschland, die Anlagen auf dem Meer ausgenommen. Auf die Frage, wie sie eine solche Investition in Brandenburg gutheißen könne, wenn doch die Union im Rhein-Main-Gebiet das Aufstellen von Windrädern ablehne, ließ die CDU-Politikerin Roth erkennen, in Brandenburg herrschten eben andere Ansichten dazu.

Während sich die Mainova und die HSE auf jeweils 12,5 Prozent Anteil an dem bereits errichteten Windpark mit seiner Leistung von 163 Megawatt beschränken, zeichnen die Stadtwerke München 75 Prozent. Den Unternehmen in Frankfurt und Darmstadt stehen jeweils 39 000 Megawattstunden Strom zu. Das entspricht rechnerisch dem Verbrauch von ungefähr 16 000 Haushalten, doch lassen sich mitnichten Haushalte in dieser Zahl damit rundum versorgen, weil sich die Windräder nicht immer drehen.

Die HSE beteiligt sich bereits am Bau eines Windparks mit 80 Windrädern in der Nordsee mit einer Leistung von 400 Megawatt. Filbert bezeichnete den Einstieg in den Windpark im Havelland als einen "weiteren Meilenstein in unserer Strategie, die erneuerbaren Energien auszubauen". Die HSE verbessere außerdem die Wettbewerbssituation ihrer Vertriebstochter Entega, die sich als einer der führenden Ökostromanbieter auf dem Markt positionieren wolle. Dazu sei es nicht ausreichend, lediglich mit Ökostrom zu handeln. Um die Klimaziele zu erreichen, müssten auch Investitionen getätigt werden. Die HSE will bis 2015 eine Milliarde Euro für den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien aufwenden. Ziel ist, bis dahin ein Fünftel der Strommenge, die Entega verkauft, über HSE-eigene Anlagen ins Stromnetz einzuspeisen. Die Windanlagen bei Berlin werden von der WPD Windpark Management Holding GmbH & Co. KG, einem europäischen Windenergieunternehmen mit Sitz in Bremen, geplant und von 2005 an errichtet.

Ebenso wie Filbert kündigte Alsheimer gestern an, der Anteil der regenerativen Energien an dem Strom, den das Unternehmen verkaufe, solle weiter steigen. Er sagte voraus, Windkraft und Bioenergie würden den größten Anteil daran haben. Die Mainova prüft Alsheimer zufolge auch Engagements in Windparks vor der Nordseeküste. Der Konzern bietet Privatkunden zwei Ökostrom-Tarife an, die sich aber nach den Worten seines Vorstandsvorsitzenden bisher eher geringer Nachfrage erfreuen.

Die Zusammenarbeit der Mainova und der HSE ist ungewöhnlich. Obwohl die Unternehmen seit langem indirekt miteinander verbunden sind, weil an beiden die Thüga AG Anteile hält, sind sie stets getrennte Wege gegangen. Das gilt auch für die Zukunft der Thüga, die vom Düsseldorfer Eon-Konzern an eine Gruppe von Stadtwerken verkauft wurde. Die Mainova hat bei diesem Geschäft an vorderster Front mitgemacht, die HSE hingegen hat sich davon verabschiedet. Allerdings gehören beide Konzerne einem lockeren Zusammenschluss acht mittelgroßer Energieversorger in Deutschland an. Über diesen wurde nach den Worten Alsheimers auch das Geschäft im brandenburgischen Havelland angebahnt.

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