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Literatur Strophen für übermorgen

19.11.2009 ·  Herbstlesungen

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Schiller hat Goethe verehrt und gehasst, Goethe empfand Schillers Aufstieg als Bedrohung: Zunächst beäugten sich die Dichter misstrauisch aus der Distanz, bis zwischen ihnen eine Freundschaft entstand, die bis zum Tod Schillers andauerte und als Legende in die Literaturgeschichte einging. In seinem Buch "Goethe und Schiller" erzählt Rüdiger Safranski, der schon einige vielgerühmte Biographien über Schriftsteller und Philosophen verfasst hat, die Geschichte dieser denkwürdigen, anregenden Freundschaft.

Auch diesmal hat der Germanist sein Buch nicht für Fachkollegen geschrieben, sondern für jene Leser, die sich über historische Persönlichkeiten und deren Werke auf unterhaltsame Weise informieren möchten. Und weil Safranski auf eine Fülle an Material, vor allem den Briefwechsel zwischen Goethe und Schiller, zurückgreift, ohne dass er die Weimarer Klassiker idealisiert oder altbekannte Anekdoten in den Vordergrund stellt, gelingt ihm das auch. Am Donnerstag, 10. Dezember, um 20 Uhr liest Safranski im Literaturhaus Frankfurt.

Dort ist am Dienstag, 24. November, um 20 Uhr auch Friederike Mayröcker zu Gast, die im Dezember 85 Jahre alt wird. Die Grande Dame der österreichischen Literatur liest, durch den Abend begleitet von Ulla Unseld-Berkéwicz, aus ihren Texten, in denen sie - besonders nach dem Tod ihres Lebensgefährten Ernst Jandl - auch gegen den "Zerstörer" anschreibt: "Wenn ich über den Tod schreibe, ist das eine positive Beschäftigung. Ich kann mich dann mit der Sprache gegen ihn sträuben", hat die Büchnerpreisträgerin vor einem Jahr in einem Interview gesagt.

Während es dem Evangelischen Dekanat und dem Katholischen Stadtbüro in Wiesbaden gelungen ist, den schwedischen Bestsellerautor Henning Mankell für eine Lesung am Sonntag, 13.  Dezember, um 19.30 Uhr in der Wiesbadener Marktkirche zugunsten der Initiative "Africa Action" zu gewinnen, dürfen sich die Frankfurter auf die 50. Stiftungsgastdozentur für Poetik an der Goethe-Universität freuen. Am Dienstag, 1. Dezember, um 18 Uhr hält Durs Grünbein im Hörsaal HZ 2 (Hörsaalzentrum Campus Westend) eine einzige, große Poetikvorlesung unter dem vielversprechenden Titel "Vom Stellenwert der Worte".

Am Mittwoch, 2.  Dezember, um 20 Uhr trägt er außerdem im Literaturhaus Frankfurt seine "Strophen für übermorgen" vor. Ob sich seinetwegen deutlich mehr junge Zuhörer in das Literaturhaus wagen? Immerhin ist der Eintritt zur Lesung für Studenten frei.

Katharina deschka-hoeck

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