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Keine Schuld bei Mainzer Klinik

27.08.2010 ·  Staatsanwaltschaft präsentiert Zwischenergebnis

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olko. MAINZ. Die Erleichterung war Professor Norbert Pfeiffer, dem Vorstandsvorsitzenden der Universitätsmedizin Mainz, während der gemeinsamen Pressekonferenz von Staatsanwaltschaft und Universitätsklinik gestern deutlich anzumerken. Denn nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft nicht davon aus, dass Klinik-Mitarbeiter eine Schuld an der Verunreinigung von Infusionslösungen trifft. Nach der Gabe dieser Infusionen waren am Samstag zwei Säuglinge und am Montag ein weiteres Baby gestorben. Vier weitere Kinder sind nach den Worten Pfeiffers inzwischen wieder auf einem gutem Wege, litten aber nach wie vor an ihren Grunderkrankungen.

Offenbar ging die tödliche Verkeimung von einer Glasflasche aus, die für die Infusionslösungen nötige Aminosäuren enthalten hatte. An der Flasche wurden nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts Klaus-Peter Mieth hohe Keimwerte und zudem eine hohe Belastung mit Endotoxinen, giftigen Abbauprodukten der Bakterien, nachgewiesen. Die Expertenkommission, die am Donnerstag den Herstellungsprozess der Infusionslösungen in der Krankenhaus-Apotheke untersucht hatte, hält es kaum für möglich, dass es dort zur Verkeimung gekommen ist. Denn nach Meinung der Fachleute kann eine so hohe Konzentration an Giftstoffen und Keimen wie in den tödlichen Infusionslösungen nur über einen längeren Zeitraum entstanden sein.

Laut Mieth gibt es den Verdacht, dass die Flasche defekt war und dadurch eine Verkeimung eintrat. Die Beschädigung könnte sich auf dem Weg zwischen der Abfüllung der Flasche und dem Eintreffen in der Universitätsklinik ereignet haben, hieß es. Möglicherweise habe es sich um einen Materialfehler gehandelt, sagte Professor Martin Exner, Leiter des Instituts für Hygiene und öffentliche Gesundheit der Universität Bonn.

Den von der Expertenkommission begutachteten Herstellungsprozess in der Klinik-Apotheke bezeichnete Exner als absolut regelkonform und einwandfrei. Es seien keine Fehler oder Hygienemängel festgestellt worden. "Das Ergebnis entlastet vor allem unsere Mitarbeiter in der Apotheke", sagte Pfeiffer. Die Mitarbeiter hätten seit der Entdeckung der Verkeimung und der daraufhin einsetzenden Spekulationen enorm unter Druck gestanden. Er sprach von einer "gewissen Erleichterung", die dieses Ergebnis auslöse. Auf der anderen Seite seien drei Säuglinge in der Obhut des Universitätsklinikums verstorben - "das ist nach wie vor sehr schwer zu ertragen und erfüllt uns alle mit großer Trauer und Betroffenheit", sagte er.

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