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Im Ausland sind noch Stellen frei

28.04.2009 ·  Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit in Eschborn sucht 160 Fachleute / Verträge je nach Projekt befristet

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Eschborn (lhe). Brunnen bohren oder Kranke pflegen - das ist lange vorbei. Bei der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) sind vielmehr Planer, Berater und Manager für den Einsatz in Entwicklungsländern gefragt. "Wir suchen Motivierer und Kommunikatoren", sagt GTZ-Sprecher Hans Stehling. Derzeit hat die bundeseigene Gesellschaft mit Sitz in Eschborn 160 freie Stellen zu bieten, 60 Prozent davon im Ausland - für Finanzexperten, Controller, Personalplaner oder Berater für Energieeffizienz. Mobile, gut ausgebildete Fachleute werden gerne eingestellt, meist befristet auf rund drei Jahre, je nach Laufzeit der Projekte in 120 Ländern.

Die weltweite Finanzkrise habe bei der GTZ nicht zu Einschränkungen geführt, sagte Stehling. Im Gegenteil: Seit anderthalb Jahren wachse der Bedarf an Fachkräften. 2007 habe das Unternehmen rund 1500 Mitarbeiter beschäftigt, zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Umsatz wuchs in dieser Zeit um 15 Prozent auf gut eine Milliarde Euro. Hauptauftraggeber ist die Bundesregierung.

Am Einsatzort arbeiten die Experten mit einem Stab aus einheimischen Mitarbeitern an den unterschiedlichsten Projekten. Erklärtes Ziel der Entwicklungshelfer ist es, die Menschen in die Lage zu versetzen, später eigenständig und ohne Hilfe von außen weiterzumachen. So sollen Medizin-Experten nicht operieren, sondern den Aufbau von Gesundheitssystemen planen - etwa Lehrpläne für die Ausbildung medizinischen Personals oder Konzeptionen für Gesundheitsstationen erarbeiten.

Die Bandbreite der Aufträge ist riesig: Strategien für die Aids-Bekämpfung in Südafrika, Beratung bei Gesetzesvorhaben zum Thema Gewalt gegen Frauen in Kambodscha oder auch Aufbauhilfe in Afghanistan. In der Mongolei sei mit Hilfe deutscher Experten eine populäre Fernseh-Gerichts-Soap entstanden, die auf unterhaltsame Weise über das neue Rechtssystem informiere, sagt Stehling. Die GTZ habe auch dazu beigetragen, dass das Tribunal gegen Verantwortliche des früheren Rote-Khmer-Regimes in Kambodscha stattfinden kann.

Für den Einsatz in Krisengebieten gibt es für die Mitarbeiter der Eschborner ein Sicherheitstraining. Es soll den Blick für mögliche Gefahren schärfen. In Afghanistan müssen sich die Helfer abmelden, wenn sie unterwegs sind, und fahren grundsätzlich im Konvoi mit mehreren Fahrzeugen. Bewaffnet sind sie nicht. 85 aus Deutschland entsandte GTZ-Mitarbeiter und 700 Einheimische sind derzeit dort im Einsatz.

Trotz aller Vorsicht war im Dezember eine GTZ-Mitarbeiterin im Jemen mit ihren Eltern fünf Tage in der Gewalt von Entführern. "Wir tun alles, um so etwas zu vermeiden, aber hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht", sagt Sprecher Stehling.

Wichtigster Auftraggeber der Gesellschaft ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, daneben kommen Aufträge von anderen Staaten oder Organisationen der Vereinten Nationen. Staaten am Arabischen Golf beispielsweise beschäftigen GTZ-Experten mit der Organisation der Berufsbildung.

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