08.06.2009 · CDU verliert überall, bleibt aber stärkste Kraft im Main-Kinzig-Kreis
lu. MAIN-KINZIG-KREIS. Auch im Main-Kinzig-Kreis hat die CDU, die auf Kreisebene mit der SPD in einer zurzeit eher angespannten großen Koalition zusammenarbeitet, am Sonntag bei der Europawahl die kräftigsten Verluste hinnehmen müssen. Ihr Anteil sank von 43 Prozent um 4,8 Prozentpunkte auf nur noch 38,2 Prozent. Wären es Kreistagswahlen gewesen, stellte die CDU mit diesem Ergebnis aber immer noch die größte Kraft im Main-Kinzig-Kreis. Rein rechnerisch könnte sie in diesem Fall sogar zusammen mit der FDP eine bürgerliche Koalition bilden. Die Liberalen stockten wie überall im Lande ihren Stimmenanteil kräftig auf: 5,9 Prozentpunkte lautet ihr Plus beim Gesamtanteil, was für sie fast eine Verdoppelung des Ergebnisses bedeutet, das von 6,9 Prozent auf 12,8 Prozent hochschnellte. Die SPD, die mit Erich Pipa im Main-Kinzig-Kreis den Landrat stellt, hat mit einem Minus von 0,5 Prozentpunkten geringere Verluste als die CDU zu verkraften.
Das Ergebnis in Hanau, der größten Stadt des Main-Kinzig-Kreises, dürfte teilweise noch im Eindruck der Oberbürgermeisterwahl vom 17. Mai stehen, die der sozialdemokratische Amtsinhaber Claus Kaminsky mit Abstand gegenüber dem CDU-Kandidaten für sich entschieden hatte. Die Hanauer SPD gewann am Sonntag 0,3 Prozentpunkte gegenüber der Europawahl des Jahres 2004 hinzu und liegt nun bei 23,2 Prozent. Die CDU, obwohl größte Fraktion der Stadtverordnetenversammlung in der Opposition, verlor 5,5 Prozentpunkte und sank von 42 Prozent auf 36,5 Prozent. Die FDP folgte dem Landestrend und ihrem Aufwärtstrend der vergangenen Wahlen in Hanau, indem sie 6,1 Prozentpunkte hinzugewann und 13,3 Prozent der Stimmen erreichte. In Maintal, wo Anfang Juli Bürgermeisterwahlen anstehen, haben beide großen Parteien verloren: 5,3 Prozentpunkte die CDU und 1,6 Prozentpunkte die SPD. Neben einem Bewerber einer Wählergemeinschaft stehen sich in Maintal der CDU-Amtsinhaber Erhard Rohrbach und die SPD-Herausforderin Katja Weitzel gegenüber.
Gewinne konnte die CDU außer in Flörsbachtal in keiner Stadt und keiner Gemeinde des Kreises erringen. Eines ihrer schlechtesten Ergebnisse hatte sie mit einem Verlust von 8,3 Punkten in Großkrotzenburg, der Standortgemeinde des Kraftwerks Staudinger und dem Heimatort des langjährigen CDU-Landtagsabgeordneten Aloys Lenz. Hier ist auch der neue FDP-Landtagsabgeordnete Alexander Noll zu Hause, der sich über einen Zuwachs von 8,1 Punkten, dem größten Zugwinn der FDP in den Kreiskommunen, freuen kann.