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Hans Tietmeyer 80 Jahre

16.08.2011 ·  kann. frankfurt. Als Hans Tietmeyer im August 1999 von der Spitze der Deutschen Bundesbank in den Ruhestand wechselte, sagte sein damaliger Stellvertreter Jürgen Stark, heute Direktoriumsmitglied der EZB: "Ein großer Präsident geht in den Unruhestand." Er sollte recht behalten.

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kann. frankfurt. Als Hans Tietmeyer im August 1999 von der Spitze der Deutschen Bundesbank in den Ruhestand wechselte, sagte sein damaliger Stellvertreter Jürgen Stark, heute Direktoriumsmitglied der EZB: "Ein großer Präsident geht in den Unruhestand." Er sollte recht behalten.

Die Liste der Ämter, die Tietmeyer nach seinem offiziellen Ausscheiden aus dem Berufsleben ausübte, ist lang. Unzähligen Ausschüssen und Beiräten gehörte er an, war Aufsichtsrat bei der Fondsgesellschaft DWS und der BDO-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, den Aufsichtsratsvorsitz bei der Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser legte Tietmeyer (Foto) erst vor wenigen Monaten nieder. Am Finanzplatz Frankfurt ist er nach wie vor häufig zu sehen. Bei den Diskussionsrunden des European Banking Congress sitzt er in aller Regel im Publikum in der Alten Oper.

Oft hat er hier mit auf dem Podium gesessen und in seinen Jahren als Bundesbankpräsident von 1993 bis 1999 regelmäßig das Für und Wider der geplanten Währungsunion ausgelotet. Die Einführung des Euro und die damit verbundene neue Rolle der Bundesbank in dem gerade entstehenden System der europäischen Zentralbanken hat er entscheidend mitgestaltet.

Mit Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet hat er sich schnell angefreundet. Bis heute lebt er im Taunus und ist nicht etwa zurück nach Bonn gezogen, wo der Westfale jahrelang Helmut Kohl in finanzpolitischen Fragen beraten und so auch die deutsche Währungsunion nach der Wiedervereinigung mitinitiiert hatte.

Nicht etwa in der Bundesbank wollte Tietmeyer 1999 aus dem Amt verabschiedet werden, sondern in dem für den Finanzplatz eher ungewöhnlichen Palmengarten. Er selbst sagte damals, der Euro sei keine Erlösungsformel für wirtschaftliche und soziale Probleme. "Die neue Risikogemeinschaft fordert vielmehr Solidarität durch eine dauerhaft stabilitätsorientierte nationale Finanz- und Sozialpolitik aller Euro-Länder." Auch damit sollte er recht behalten, wie die aktuelle Schuldenkrise zeigt. Es wäre schön gewesen, hätten sich einige Staatenlenker stärker an den Rat gehalten. Morgen wird Hans Tietmeyer 80 Jahre alt.

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