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Handel sieht gute Geschäfte zu Weihnachten

07.12.2009 ·  FRANKFURT. Ob sich das Weihnachtsgeschäft trotz der Wirtschaftskrise oder gerade ihretwegen besser entwickelt als erwartet, lässt sich nicht sicher sagen; dass es recht gut läuft, schon. "Die Konsumfreude ist da", resümiert Frank ...

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FRANKFURT. Ob sich das Weihnachtsgeschäft trotz der Wirtschaftskrise oder gerade ihretwegen besser entwickelt als erwartet, lässt sich nicht sicher sagen; dass es recht gut läuft, schon. "Die Konsumfreude ist da", resümiert Frank Albrecht, Präsident des Landesverbands des hessischen Einzelhandels, nach dem zweiten Adventswochenende. Geschätzte zehn Prozent habe das Geschäft am vergangenen im Vergleich zum ersten Adventswochenende zugelegt. Albrecht geht davon aus, dass das Weihnachtsgeschäft 2009 sicher nicht schlechter, womöglich sogar ein gutes Stück besser als 2008 laufen wird.

Diese Einschätzung wird durch die Erkenntnisse des Konsumforschers Rolf Buerkle von der GfK Group Nürnberg durchaus bestätigt: Die "stabile Konsumneigung" werde dadurch begünstigt, dass die meisten Unternehmen nach wie vor Weihnachtsgeld zahlten. Der Handel trage durch entsprechende Sonderangebote seinen Teil zur Konsumfreude bei. Der Experte geht außerdem davon aus, dass das Vertrauen in die Finanzbranche seit der von ihr maßgeblich verursachten Krise derart gesunken ist, dass die Konsumenten ihr Geld eher für Wertgegenstände ausgeben, als es der Finanzwirtschaft anzuvertrauen, wie er gestern weiter sagte. Entsprechend sei eine steigende Tendenz zu beobachten, zu Weihnachten diesmal größere Anschaffungen zu tätigen.

Georg Lackner, Geschäftsführer des Frankfurter Nordwestzentrums, spricht gar vom stärksten Weihnachtsgeschäft seit Jahren. Zwar liegen auch ihm belastbare Zahlen erst im Januar vor, die Kundenfrequenz wie auch die gezählten Einfahrten ins Parkhaus des Zentrums sprechen seiner Einschätzung nach aber deutlich dafür, dass am Ende von einer positiven Entwicklung im Vergleich zum Weihnachtsgeschäft des Vorjahres zu berichten sein wird.

Wie sich der vorweihnachtliche Umsatz für die zum Metro-Konzern gehörende Galeria Kaufhof an der Frankfurter Hauptwache entwickelt, darf Geschäftsführer Norbert Richter zwar nicht verraten, weil die Mutter börsennotiert ist und vor dem Jahresabschluss steht, von den Trends kann er gleichwohl berichten. Und die gehen einmal zu hochwertigen Geräten für den Haushalt, beispielsweise Kaffeeautomaten, und zu wertigen Wohnaccessoires wie kostspieligen Vasen und Textilien. "Cocooning" ist seiner Beobachtung nach das ganz große Thema, also der Rückzug vom öffentlichen Leben in die überschaubare Welt des Privaten, die man sich mit allerlei schönen Dingen möglichst angenehm zu gestalten versucht.

Auch bei den vor dem Insolvenzplanverfahren stehenden Karstadt-Warenhäusern hat das zweite Adventswochenende die Erwartungen übertroffen, wie ein Sprecher aus Essen gestern auf Nachfrage mitteilte. Wie bei der Konkurrenz verkaufen sich auch bei Karstadt hochpreisige Ausstattungsgegenstände für die eigenen vier Wände wie etwa Espressomaschinen gut - oder auch die Carrera-Bahn für den Nachwuchs, wie der Sprecher weiter sagte.

Ob dem möglicherweise also guten Weihnachtsgeschäft ein zumindest stabiles Jahr 2010 für den Einzelhandel folgt, hängt wesentlich von der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ab, darüber sind sich Branchenvertreter und Experten einig. Dass die Arbeitslosigkeit steigen wird, hält auch Konsumforscher Buerkle für wahrscheinlich. Zugleich erholt sich aber die deutsche Wirtschaft rascher als erwartet. Deshalb rechnet er mit einem im Vergleich zu den dramatischen Prognosen von Beginn des Jahres sehr viel geringeren Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Das und die geringe Wahrscheinlichkeit großer Preissteigerungen könnten so zumindest eine allzu dramatische Verschlechterung der Konsumstimmung verhindern, wie der Konsumexperte gestern weiter sagte.

Jochen Remmert

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