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Günstig wohnen mit Hilfe der Kurstadt

19.05.2009 ·  Die Stadt Bad Homburg unterstützt Menschen in Ausbildung mit subventionierten Wohnungen. Und sie zahlt Zuschüsse für Familien, deren Einkommen knapp über der Grenze für staatliches Wohngeld liegen.

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bie. BAD HOMBURG. Frisch renovierte Wohnungen in zentraler Lage, deren Baujahr zwischen 1925 und 1927 ihnen in einer Maklerbeschreibung vermutlich den Zusatz "mit Charme" eintrügen. Zu einem Mietpreis von 6,65 Euro je Quadratmeter oder, wenn das Geld knapp ist, sogar noch deutlich darunter: In der Webersiedlung an der Urseler Straße kehrt sich der übliche "Bad-Homburg-Zuschlag" auf dem freien Markt zu einem Bonus um. Es hat eben Vorteile, in einer reichen Stadt zu leben - wenn dies auch für die Finanzausstattung der Kommune selbst gilt. Die Gruppe, der die Stadt den günstigen Wohnraum in der Webersiedlung schmackhaft machen will, ist aber sehr eingegrenzt: Junge Menschen in Ausbildung sollen dem von Überalterung bedrohten Bad Homburg erhalten bleiben. Solange sie studieren oder eine Schule besuchen, können sie bis zu 34 der 71 Wohnungen beziehen, die der Baugenossenschaft Hochtaunus gehören.

Der knappe Grundriss trägt weiter zum günstigen Preis bei, und für die Sanierung hat die Stadt der Genossenschaft ein zinsloses Darlehen über 760 000 Euro gewährt. Nach der Ausbildung, spätestens aber nach fünf Jahren, soll eine deutlich höhere Miete die Wohnung für die nächsten Studenten oder Auszubildenden freimachen.

Über das 2008 begonnene Projekt "Junges Wohnen" in der Webersiedlung sind mit dem Sanierungsfortschritt inzwischen 22 der 34 Wohnungen vermietet worden, wie Stadtrat Peter Vollrath-Kühne (FDP) gestern bei der Vorlage des Wohnungsberichts 2008 erläuterte. Aus diesem geht hervor, dass auf dem freien Markt bei Neubauten in guten und sehr guten Lagen hingegen 10,50 bis 11,50 Euro Miete je Quadratmeter zu zahlen waren. Für ältere Wohnungen lag die Durchschnittsmiete bei acht bis neun Euro.

Viele Menschen erhoffen sich angesichts dieser Preise Hilfe von der Stadt bei der Suche nach einer günstigen Bleibe. Die Zahl der registrierten Wohnungssuchenden hat sich im vergangenen Jahr von 485 auf 537 erhöht. Von diesen suchten 498 eine Sozialwohnung. Fast drei Viertel der Anfragen könnten innerhalb eines Jahres erledigt werden, sagte Vollrath-Kühne. Nur etwa zwei Dutzend seien mehrere Jahre lang auf der Suche, weil sie eine sehr große Wohnung für viele Personen benötigten oder zu hohe Ansprüche hätten. Als "bundesweit einmalig" bezeichnete der Stadtrat den städtischen Mietzuschuss, mit dem Bad Homburg diejenigen unterstützt, die zwar wenig verdienen, aber knapp über der Grenze für staatliches Wohngeld liegen. 135 Haushalte bekamen 2008 auf diese Weise insgesamt 196 000 Euro.

Deutlich mehr muss die Stadt für die Generalmietverhältnisse aufbringen, die sie über die 235 Wohnungen an den Obersten Gärten und die 79 an der Frölingstraße mit verschiedenen ärztlichen Versorgungswerken geschlossen hat. Um den Mietzins für die tatsächlichen Nutzer auf 5,90 Euro je Quadratmeter zu drücken, war ein Zuschuss von knapp 649 000 Euro an den Obersten Gärten und 241 000 Euro an der Frölingstraße nötig. Weil seit 2006 der Zuschuss erhöht und die Mieten dadurch verringert wurden, gibt es in beiden Wohnanlagen praktisch keinen Leerstand mehr. An Mietausfällen musste für beide zusammen noch 49 000 Euro übernommen werden. Wegen der zu teuren und deshalb leerstehenden Wohnungen hatte dieser Betrag vor vier Jahren allein für die Obersten Gärten zeitweise bei 370 000 Euro gelegen.

Die Zahl der Wohnungen mit Belegungsrecht durch die Stadt ist unterdessen weiter gesunken. 1591 waren es noch 2008 gegenüber 1656 im Jahr davor. Der Bestand, der 1999 bei 2163 gelegen hatte, wird auch in den nächsten Jahren zurückgehen. Die Eigentumsförderung in Form eines günstigen Darlehens für Familien mit mindestens zwei Kindern haben im vergangenen Jahr vier Antragsteller genutzt. Vollrath-Kühne machte für die geringe Nachfrage das allgemein niedrige Zinsniveau verantwortlich.

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