13.11.2009 · Stadtmuseum Hofheim zeigt Arbeiten von Heinz Mack aus sechs Jahrzehnten
HOfHEIM. Das Spiel mit Licht und Schatten führt Heinz Mack als jungen Künstler immer wieder zu streng wirkenden Ergebnissen. Seine Tuschezeichnungen sind von Regelmäßigkeit bestimmt, erinnern an eine Maserung, wie sie die Natur hervorbringt. Im Jahr 1957 fügt der 1931 geborene Künstler gestrichelte Linien in einer Zeichnung so zusammen, dass Muscheln entstehen. Zahlreiche solcher Werke in Schwarzweiß, aber auch Pastelle und Keramiken sind in der Ausstellung im Stadtmuseum Hofheim zu sehen, die morgen um 11.15 Uhr eröffnet wird. Gezeigt werden rund 100 Arbeiten aus den Jahren 1950 bis 1999.
Mack wurde an der Kunstakademie in Düsseldorf ausgebildet und studierte Philosophie. 1957 gründete er die Künstlergruppe Zero. Statt mit klassischen Kompositionen befasste sich die Gruppe mit Licht und Bewegung. Mack nahm 1958 an der Documenta II teil und reiste in den sechziger und siebziger Jahren für Arbeitsexpeditionen in die algerische Wüste und die Arktis. Für den Jürgen-Ponto-Platz im Frankfurter Bahnhofsviertel entwarf er zusammen mit drei Architekten einen runden, 16 Meter messenden Brunnen, belegt mit einem venezianischen Silbermosaik.
Die Hofheimer Schau zeichnet Macks Entwicklung nach von den Tuschearbeiten der frühen Jahre bis zum Einsatz der Farbe und dem Schaffen von Skulpturen. Zunächst bediente sich Mack der Frottage: Bei dieser Durchreibetechnik legte er Gegenstände unter das Papier, deren Struktur sich abzeichnete, zum Beispiel das wabenförmige Muster eines Kaninchendrahts. Auch diese Darstellungen erinnern oft an organische Formen.
Zu den Werken in Farbe ließ Mack sich von Goethes Farbenlehre inspirieren. Immer wieder experimentiert er mit Tönen, wie ein Prisma sie ausstrahlt. In einem 14 Stationen umfassenden Zyklus aus dem Jahr 1999 stellte er benachbarte Farben des Regensbogens, etwa Rot und Orange, zusammen; oder er erzeugte Spannung mit der Kombination von Komplementärfarben wie Grün und Orange. Einem Strudel aus Licht gleicht die "Farbrotation" aus demselben Jahr, in der sich helle und dunkle Blautöne, unterbrochen von Rosa, um einen schwarzen Kern winden.
Skulpturen entstanden erst in den neunziger Jahren. Die glatte Fläche der Keramik unterbricht Mack zum Beispiel mit Schuppen, ähnlich denen an einem Tannenzapfen. Bei diesen Werken spielt der Künstler mit dem Zusammentreffen von Licht und Form, etwa wenn er die unebene Oberfläche einer Skulptur mit Glanzplatin überzieht. Jan Schiefenhövel
Die Ausstellung "Heinz Mack - Zeichnungen und keramische Skulpturen" ist von morgen bis zum 28. Februar im Stadtmuseum, Burgstraße 11, zu sehen, dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr, dienstags auch von 10 bis 13 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Informationen unter www.hofheim.de und www.mack-kunst.de.