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Für Applaus nicht gut genug

07.06.2009 ·  Die Linke ist über ihr Ergebnis weder traurig noch froh

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trö. Frankfurt. Geklatscht wird genau ein Mal. Da hat ein junger Mann - "der Andreas" - gerade das Wahlergebnis der Linken für den kleinen Frankfurter Stadtteil Riederwald vorgelesen: 14,2 Prozent, zumindest gestern Abend gegen sieben im spärlich besuchten Club Voltaire in der Frankfurter Innenstadt. Immerhin bekommt der Spitzenmann der Partei, Gregor Gysi, ein freundliches Raunen, als er in der ARD die Europawahl aus seiner Sicht analysiert. "Das hat er gut gemacht, unser Gregor", sagt eine Frau in türkisfarbenem Rock.

Um kurz vor sechs ist die Stimmung herzlich bis heiter. "Wo sind die Penner alle?", fragt ein Herr im blauen T-Shirt und blickt sich um. "Die Penner" - das sollen Parteifreunde, also andere Genossen, sein, mit denen er den Ausgang der Europawahl zu verfolgen und zu kommentieren wünscht. Eine junge Frau mit dunkelbraunen Haaren hat sich einen Rotwein bestellt und plaudert auf einen Grauhaarigen jenseits der 50 ein. "9,4 Prozent, das ist mein Tipp", sagt sie. 9,4 Prozent - das wären gerade genug Stimmen, um die hessische Spitzen-Europa-Linke, Sidar Aydinlink-Demirdögen, von Platz elf der Bundesliste nach Brüssel zu schicken.

Als um Punkt sechs die Prognose kommt, wird es still im Raum. Einer schlägt vor, vom ZDF zur ARD zu wechseln, weil Die Linke da bestimmt nicht nur 7,1 Prozent haben werde. Er hat recht: Im Ersten sind es 7,5. Immerhin leicht gewonnen, aber das ist zu wenig zum Jubeln und zu viel zum Trauern. Nicht für die junge Frau, die sich die Knie an die Brust zieht und ruft: "Nein, nein, nein." Dann dreht sie hektisch eine Zigarette und sagt halblaut: "Verdammte Scheiße, verdammte Scheiße. Wenn das so weitergeht, trete ich aus." Ein junger Mann mit Bart tätschelt ihr die Schulter.

Wer weder jubeln kann noch trauern muss, braucht andere Emotionsventile. Eines davon sind "die Sozis" und deren Desaster. "Das kommt davon, wenn man schlechte Politik macht", sagt der Herr im blauen T-Shirt, der auch sonst vieles weiß und so freundlich ist, alle teilhaben zu lassen. Ulrich Wilken, der Landesvorsitzende, ist ganz zufrieden. "Das Ergebnis ist gut, aber nicht gut genug", sagt er. Was mit der SPD noch werden soll, weiß er nicht, das ist aber auch nicht sein Problem. Am Ende stehen in Deutschland Gewinne für die FDP und Die Linke. Wilken findet: "Die Liberalen haben gewonnen."

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