20.06.2008 · höv. DARMSTADT. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen ehemaligen Polizeibeamten, der Kollegen und Bekannte um insgesamt 1,8 Millionen Euro betrogen haben soll. Wie der stellvertretende Leiter der Staatsanwaltschaft, Arno Siebecker, ...
höv. DARMSTADT. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen ehemaligen Polizeibeamten, der Kollegen und Bekannte um insgesamt 1,8 Millionen Euro betrogen haben soll. Wie der stellvertretende Leiter der Staatsanwaltschaft, Arno Siebecker, sagte, soll der 67 Jahre alte frühere Beamte des Polizeipräsidiums Südhessen gegenüber den Geschädigten behauptet haben, die Polizei unterhalte einen "Reptilienfonds" für Sonderausgaben, etwa Lösegelder. In diesen Fonds könne man einzahlen, dafür gebe es gute Zinsen. Die Polizei unterhält aber keinen Fonds für Lösegelder, wie Siebecker sagte. Die Ermittlungen müssten zeigen, ob das Geld überhaupt angelegt wurde.
Die Betrugsfälle haben sich in den Jahren 2004 bis 2007 abgespielt. Nach den Worten des Staatsanwalts soll der Polizist mit einem Geschäftsmann zusammengearbeitet haben, der sich mittlerweile das Leben genommen hat. Möglicherweise sei der Polizist selbst von dem Geschäftsmann getäuscht worden. Der Beamte behaupte, "nur Bote" gewesen zu sein. Es gebe aber Widersprüche zwischen dieser Aussagen und den Angaben der Betrogenen. Die Strafanzeige von einem der Geschädigten hatte die Ermittlungen in Gang gebracht.