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Brasilianische Verbindung zum Frankfurter Jazz

03.08.2010 ·  Sängerin Juliana da Silva ist wieder im Jazzkeller zu Gast

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Sie hatte Glück mit dem Wetter. "Wir Musiker hoffen immer auf Regen, wenn wir in einem geschlossenen Raum spielen, damit viele Zuhörer kommen", sagt die brasilianische Sängerin Juliana da Silva. Weil es an diesem Abend draußen kühl und regnerisch ist, sitzen viele Leute in der Art Bar am Frankfurter Ziegelhüttenweg. Dort spielt Juliana da Silva mit Gitarrist Geovany da Silveira. Normalerweise werden sie von einem Perkussionisten unterstützt. Dieser sei aber zurzeit "irgendwo in Europa unterwegs".

Das Duo lässt es ruhig angehen. Bei ihrer Version des Bossa-nova-Liedes "Aguas de Março" setzt da Silva einen "Regenmacher" ein: Mit dem rohrförmigen, mit Rasselkörpern gefüllten Perkussionsinstrument erzeugt sie Klänge, die an die Regenschauer im März erinnern, von denen das Lied erzählt. Etwas lebhafter ist "Agua de beber" des Bossa-nova-Komponisten Antonio Carlos Jobim. Doch es soll kein reiner Bossa-nova-Abend werden: Samba, Funk und Balladen mit portugiesischen Texten gibt es zu hören, und nicht zuletzt auch "Só chamei porque te amo", die brasilianische Version von Stevie Wonders "I just called to say I love you". Da Silveira glänzt vor allem bei den Stücken, die er auf dem Cavaquinho begleitet, einer Art Ukulele, die ursprünglich aus Portugal stammt und in Brasilien oft als Harmonieinstrument in der Sambamusik eingesetzt wird. Er und da Silva wollen zeigen, wie vielseitig die brasilianische Musik ist.

Juliana da Silva wurde als Tochter einer Italienerin und eines Brasilianers mit afrikanischen Vorfahren in São Paulo geboren und ist dort aufgewachsen. Die Diplomübersetzerin, die schon als Kind gern sang, zog 1991 nach Deutschland und arbeitete jahrelang bei einem großen amerikanischen Unternehmen in Frankfurt. In ihrer Freizeit trat sie mit verschiedenen Jazzmusikern wie dem Saxophonisten Tony Lakatos auf. 2004 begann sie ihre eigene Sommer-Konzertreihe im Jazzkeller, bei der sie auch diesen August wieder viermal in verschiedenen Besetzungen auf der Bühne steht.

Doch erst 2008, nach einer Wanderschaft auf dem Jakobsweg, beschloss da Silva, ihren Beruf aufzugeben und sich ganz auf die Musik zu konzentrieren. Zusammen mit einem brasilianischen Bassisten, einem chilenischen Pianisten und einem kolumbianischen Schlagzeuger gründete sie die Juliana da Silva Band, mit der sie eine Mischung aus brasilianischer Musik und Jazz spielt. Neben Werken brasilianischer Komponisten hat die Gruppe auch eigene Kompositionen und Lieder von befreundeten Musikern im Repertoire. Doch tritt da Silva immer noch oft mit anderen Künstlern auf: "Ich gehe gern fremd, denn wenn ich mit verschiedenen Musikern zusammenspiele, bekomme ich viele neue Ideen."

Von September an will da Silva mit ihrer Band ihr erstes Studioalbum aufnehmen, wenn sie die Mittel dazu aufbringen kann. "Es ist oft schwierig für mich, denn ich habe keinen Manager. Ich muss mich selbst vermarkten", sagt sie. Trotz dieser Schwierigkeiten ist sie glücklich über den Weg, den sie gewählt hat: "Wenn ich zurück in die Wirtschaft ginge, könnte ich fünfmal so viel Geld verdienen wie als Musikerin. Doch ich wäre trotzdem nicht zufrieden, denn Musik ist meine Leidenschaft." Und wenn da Silva ihre ausdrucksvolle Stimme bei ausgedehnten Vokalimprovisationen als Instrument einsetzt, ihre Arme dazu fließend bewegt und auf der Bühne zu tanzen beginnt, ist sie tatsächlich ganz in ihrem Element. Frank Lutz

Jeden Donnerstag im August singt Juliana da Silva um 21 Uhr im Jazzkeller, Kleine Bockenheimer Straße 18a, mit wechselnden Begleitmusikern. Am Donnerstag tritt sie mit Wilson de Oliveira auf. Die Juliana da Silva Band tritt am 29. August um 21 Uhr im Jazzgarten auf dem Museumsuferfest auf.

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