15.07.2009 · lat. MAIN-TAUNUS-KREIS. Wer im Restaurant eine Pizza mit Käse und Schinken isst, sich als Ausklang des Gaststättenbesuchs ein leckeres Eis gönnt, hat vielleicht gerade ohne eigenes Wissen das ein oder andere Lebensmittelimitat zu sich genommen.
lat. MAIN-TAUNUS-KREIS. Wer im Restaurant eine Pizza mit Käse und Schinken isst, sich als Ausklang des Gaststättenbesuchs ein leckeres Eis gönnt, hat vielleicht gerade ohne eigenes Wissen das ein oder andere Lebensmittelimitat zu sich genommen. Dies stellten die Mitarbeiter des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz bei Lebensmittelkontrollen im Main-Taunus-Kreis im vergangenen halben Jahr fest. Insgesamt überprüften sie, wie Amtsleiter Axel Detels erläuterte, von 834 Gaststätten, Pizzerien und Imbissen 693 Betriebe. In 141 Fällen stimmten die Angaben in der Speisekarte nicht mit Waren und Vorräten überein.
Die Versäumnisse seien vielfältig gewesen: Mal fehlten neben der Kennzeichnung von Produkten als Lebensmittelimitate auch Angaben zu Konservierungsstoffen, künstlichen Aromazusätzen, zugesetzten Farbstoffen, künstlichen Süßstoffen und Geschmacksverstärkern. Gegen solche Missstände werde der Main-Taunus-Kreis verstärkt vorgehen, kündigte der Erste Kreisbeigeordnete Hans-Jürgen Hielscher (FDP) an und sprach von weiteren Kontrollen. Damit will Hielscher nach eigenem Bekunden gegen eine vermehrte Täuschung der Verbraucher durch Lebensmittelimitate wie Schummelkäse oder Mogelschinken vorgehen. Solche Mogelpackungen seien nicht nur Betrug am Verbraucher, sondern auch gefährlich. Denn Allergiker müssten wissen, was sie da äßen.
Nach Angaben Detels werden aber nicht nur Käse und Schinken durch Imitate ausgetauscht. Auch die echte Eiscreme im Sinne des Lebensmittelrechts gebe es praktisch nicht mehr zu kaufen: Statt Butter werde billiges Pflanzenfett verwendet und das Erzeugnis dann als cremiges Eis angeboten. Weitere Lebensmittelimitate seien der Kunsthonig aus Zucker auf dem Frühstücksbuffet, das Schokoladenbrötchen mit kakaohaltiger Fettglasur ohne Schokolade oder der Krabbencocktail aus gefärbten, gekochten Fischpastestücken. Es mangele den Gaststättenbetreibern oft an Fachwissen über die verkauften Speisen, kritisiert Hielscher. Hier sei der Gesetzgeber gefordert, der die Zügel mit einer neuen Verordnung zum Schutz des Verbrauchers anziehen müsse.