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1968: Kaufhaus-Brandstiftung

24.09.2008 ·  Das Anzünden zweier Frankfurter Kaufhäuser war das Vorspiel zu Mord und Bombenterror

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Der erste Brand ist am 2. April 1968 kurz vor Mitternacht im Kaufhaus M. Schneider an der Ecke Zeil/Stiftstraße ausgebrochen. Wenige Minuten später wurde im Kaufhof an der Hauptwache Feueralarm gegeben. Die beiden Brandanschläge einer Gruppe von Linksaktivisten um Andreas Baader und Gudrun Ensslin waren das Vorspiel für die Attentate und Morde der zwei Jahre später gegründeten Roten Armee Fraktion (RAF). Noch fehlte den Anschlägen die Perfektion späterer Attentate, noch wurden nicht gezielt Menschen attackiert. Die Brandstiftungen in den beiden Frankfurter Kaufhäusern, ausgegeben als Protest gegen den "Völkermord in Vietnam", wurden mit primitiven Brandsätzen verübt: eine brennbare Flüssigkeit in einer Plastikflasche und ein Wecker als Zünduhr für eine Batterie.

Im Kaufhaus Schneider, das es heute nicht mehr gibt, hatten Baader und seine Kumpanen die Brandsätze am Abend vor Geschäftsschluss im dritten Stock in der Möbelabteilung und im ersten Stock in der Abteilung Damenoberbekleidung deponiert. Im Kaufhof hatten sie einen Brandsatz unter einem Stapel Tischdecken, einen anderen in der Spielwarenabteilung unter einer Theke versteckt. Der Schaden blieb verhältnismäßig gering. Durch Hinweise kam die Polizei schnell auf die Spur der Brandstifter: Schon einen Tag später nahm sie Baader, Ensslin, Thorwald Proll und Horst Söhnlein in einer Frankfurter Wohnung fest. Im Prozess vor der Großen Strafkammer verhöhnten die Angeklagten Richter und Staatsanwalt. Staatsanwalt Walter Griebel wollte die Einordnung der Tat durch die Verteidigung als "politisches Happening" nicht akzeptieren und verwies auf die Nachtwächter in den Kaufhäusern, deren Leben gefährdet gewesen sei. Das Urteil lautete für alle vier Angeklagten auf drei Jahre Zuchthaus. Ulrike Meinhof schrieb in der linken Zeitschrift "Konkret" zu der Brandstiftung, eine Nachahmung könne nicht empfohlen werden. Es stimme aber auch der Satz Fritz Teufels: "Es ist immer noch besser, ein Warenhaus anzuzünden, als ein Warenhaus zu betreiben."

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