20.08.2004 · CAS vertagt Entscheidung über Military-Gold
Die deutschen Vielseitigkeitsreiter müssen weiter um ihre beiden Goldmedaillen bangen. Die Ad-hoc-Kommission des Internationalen Sportgerichtshofes (CAS) wird ihre Entscheidung über den Protest von drei nationalen Verbänden (Frankreich, Großbritannien und Vereinigte Staaten) erst an diesem Samstag bekanntgeben. Das teilte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FEI) am Freitag in Athen mit.
Am Freitag vormittag war, wie angekündigt, ein Protest der Nationalen Olympischen Komitees der drei Länder beim CAS eingegangen, in dem angezweifelt wird, daß die Internationale Reiterliche Vereinigung während des Mannschaftsspringens ihr Regelwerk korrekt angewandt hat. Nach Auskunft von Hanfried Haring, dem Geschäftsführenden Präsidiumsmitglied der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), berufen sich die Beschwerdeführer darauf, daß das Schiedsgericht nicht das zuständige Gremium gewesen sei, um den Deutschen ihre Mannschafts-Goldmedaille zurückzugeben, die sie vorher durch eine Selbstkorrektur der Jury verloren hatten.
Streitpunkt ist die Runde von Bettina Hoy im Mannschaftsspringen, bei der sie zweimal die Startlinie überquerte, ihren Fehler aber nicht mehr korrigieren konnte, weil der Zeitnehmer die Uhr nicht korrekt betätigt hatte. Zunächst hatte die Jury ihr nachträglich vierzehn Strafpunkte auferlegt, wodurch die Mannschaft auf Rang vier und sie selbst in der Einzelwertung auf Rang acht zurückgefallen wäre, da das Mannschaftsresultat in die Einzelwertung einfließt. Das Schiedsgericht machte diese Entscheidung rückgängig mit der Begründung, ein Fehler beim Management des Wettbewerbs dürfe nicht dazu führen, daß ein Reiter benachteiligt werde. Der CAS befaßte sich aber bei seiner Anhörung nicht mit der Sache, sondern mit der formalen Überprüfung der Entscheidung. Unter anderen erschienen Klaus Steinbach, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland, Jürgen Thumann, der Präsident der FN, Clemens Prokop und Gordon Rapp, die Präsidenten des Deutschen Leichtathletik- und des Fechterverbandes, die beide Juristen sind, sowie Jens Adolphsen, Vorsitzender des deutschen Vielseitigkeits-Ausschusses und Professor für Sportrecht an der Universität Halle. Die Anhörung war bei Redaktionsschluß dieser Ausgabe noch nicht beendet.
oni.