Home
http://www.faz.net/-1v1-134fj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Aktuelle Nachrichten online - FAZ.NET

"Nicht genügend Hubschrauber in Afghanistan"

22.07.2009 ·  Staatsminister bringt Brown in Bedrängnis

Artikel Lesermeinungen (0)

Lt. LONDON, 22. Juli. In der Auseinandersetzung über die angemessene Ausstattung des britischen Truppenkontingents in Afghanistan hat der scheidende Staatsminister im Londoner Auswärtigen Amt, Lord Malloch-Brown, zunächst zugestanden, die 9000 Soldaten dort verfügten nicht über genügend Hubschrauber, dann aber diese Äußerung wieder relativiert. Premierminister Brown nannte Malloch-Browns Eingeständnis am Mittwoch eine "Fehlinterpretation". Der Premierminister beteuerte abermals, "für den aktuellen Einsatz haben wir die Hubschrauber, die wir brauchen". Brown war in dieser Frage in der vergangenen Woche unter Druck geraten.

Die Offensive britischer und amerikanischer Truppen in der südafghanischen Provinz Helmand hat binnen zweier Wochen 18 britischen Soldaten das Leben gekostet; die Zahl der Verwundeten wird mit mehr als 100 angegeben. Es kamen Mutmaßungen auf, die Verluste hätten geringer gehalten werden können, wenn mehr Lufttransport-Kapazitäten im Einsatzgebiet zur Verfügung gestanden hätten. Mitglieder der britischen Armeeführung empfahlen, es müssten mehr Soldaten und eine bessere Ausrüstung nach Südafghanistan geschafft werden.

Lord Malloch-Brown, der von Gordon Brown vor zwei Jahren ins Auswärtige Amt geholt worden war und seine Position dort jetzt abgibt, wurde am Mittwoch von der Zeitung "Daily Telegraph" mit den Worten zitiert: "Wir haben zweifellos nicht genügend Hubschrauber." In den gegenwärtigen Einsätzen und Aktionen zur Bekämpfung von Aufständen sei Mobilität der Einsatzkräfte das Allerwichtigste, sagte Malloch-Brown der Zeitung. In einer Stellungnahme des Londoner Außenministeriums stellte Malloch-Brown später klar, es gebe "zweifellos genügend Ressourcen für den aktuellen Truppeneinsatz", doch müsse alles getan werden, um künftig mehr Hubschrauber für den Fronteinsatz verfügbar zu machen. Dies hatte auch Premierminister Brown in der abgelaufenen Woche wiederholt versprochen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel