07.07.2008 · BAGDAD, 7. Juli (Reuters). Der irakische Ministerpräsident Nuri al Maliki hat erstmals einen Zeitplan für den Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak ins Gespräch gebracht. In den derzeit laufenden Verhandlungen über einen ...
BAGDAD, 7. Juli (Reuters). Der irakische Ministerpräsident Nuri al Maliki hat erstmals einen Zeitplan für den Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak ins Gespräch gebracht. In den derzeit laufenden Verhandlungen über einen neuen Sicherheitspakt gehe es um die Vereinbarung eines Rückzugs der Truppen oder einen Zeitplan dafür, teilte ein Sprecher am Montag mit. Maliki äußerte sich bei einem Treffen mit arabischen Diplomaten während seines Besuchs in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Vereinigten Staaten haben sich bislang gegen einen Zeitplan für den Abzug ihrer rund 150 000 Soldaten aus dem Irak ausgesprochen. Washington begründet seine Haltung mit der Befürchtung, militante Gruppen würden daraus einen Vorteil ziehen. Vorigen Monat hatte Maliki geäußert, die Verhandlungen über das neue Sicherheitspaket steckten in einer Sackgasse. Später sprachen beide Seiten aber von Fortschritten. Die Bewegung des einflussreichen Schiitenführers Muqtada al Sadr sprach mit Blick auf die jüngste Äußerung Malikis von einem Schritt in die richtige Richtung. Ein Sprecher Sadrs ließ offen, ob seine Gruppierung nun über eine Rückkehr in die Regierung nachdenken werde. Sadr hatte der Regierung 2007 die Unterstützung für die Weigerung entzogen, einen Zeitplan für den Abzug der amerikanischen Soldaten festzulegen. Der neue Sicherheitspakt soll das zum Jahresende auslaufende Mandat der Vereinten Nationen über die Präsenz ausländischer Truppen ersetzen. Unterdessen wurden bei einem Anschlag im Nordirak mindestens zehn Personen getötet. Eine Selbstmordattentäterin habe sich auf einem Markt in der Stadt Bakuba in die Luft gesprengt, teilte die Polizei mit.